Aachen: Biallos Ratgeber Fondssparen: So drücken Gebühren nicht die Rendite

Aachen: Biallos Ratgeber Fondssparen: So drücken Gebühren nicht die Rendite

Gebühren beim Fondssparen schmälern die Rendite. Zahlt man beispielsweise fünf Prozent Ausgabeaufschlag für einen Aktienfonds, so landen bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro nur Anteile für 9500 Euro im Depot.

Die Gebühr zehrt an der Rendite: Wächst der Fonds jährlich um sechs Prozent, erreicht er abzüglich Ausgabeaufschlag nach fünf Jahren nur eine effektive Rendite von 4,97 Prozent, das Sparergebnis beträgt 12 745 Euro. Ohne Ausgabeaufschlag läge die Rendite bei 6,0 Prozent und der Ertrag bei 13 382 Euro.

Ausgabeaufschlag: Erwerbskosten lassen sich vor allem beim Kauf übers Internet sparen. Direktbanken bieten Tausende von Fonds mit verbilligtem Ausgabeaufschlag, teilweise entfällt die Gebühr komplett: So offeriert Comdirect 20 kostenlose „Fondsdiamanten”; die ING-Diba bietet fünf „Fonds-Favoriten” zum Nulltarif, Cortal-Consors wirbt mit zehn „Fondsstars”.

„Die Fondsauswahl erfolgt nach qualitativen Kriterien, alle Fonds haben Top-Ratings”, betont Dirk Althoff von Cortal Consors. Positiv: Auch Sparplan-Sparer genießen die Rabatte. Während Consors den Preisnachlass aber nur einräumt, solange der Fonds auf der „Fondsstars-Liste” platziert ist, gewährt Comdirect für seine „Fondsdiamanten” dauerhaft 50 Prozent Sparplan-Rabatt, die ING-Diba lockt mit bis zu 100 Prozent. „Manchmal besteht Spielraum beim Ausgabeaufschlag”, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Wer nachfragt, könne das ein oder andere Prozent sparen.

Kunden von Sparkassen oder privaten Geldinstituten müssen ihrem Geldhaus nicht untreu werden, um gleiche Kostenvorteile zu erzielen. Fast alle Filialbanken bieten über eigene Onlinebroker Rabatte.

So wirbt die Sparkassentochter S-Broker im Internet mit über 4000 rabattierten Fonds, darunter 20 dauerhaft gebührenfreien „Fondssternen”.

Fündig werden Anleger auch bei Maxblue, dem Onlinebroker der Deutschen Bank: Neben 5250 Fonds mit reduzierten Ausgabeaufschlag bietet die Bank zehn kostenfreie „Topfonds”.

Börsenkauf: Sind Fondsanteile nicht ohne Ausgabeaufschlag zu haben, kann der Erwerb über die Börse lohnen. Beim Börsenkauf entfällt der Verkaufsaufschlag; die Ausgaben für Maklercourtage, Spread und Bankprovision betragen je nach Fonds lediglich 0,5 bis 1,5 Prozent. Im obigen Fondsbeispiel fallen demnach höchstens Kosten von 150 Euro statt 500 Euro an.

Der Kauf über die Börse funktioniert problemlos bei Onlinebrokern, Direktbanken und Fondsvermittlern. Aufpassen sollte man allerdings beim Verkauf, denn da gelten andere Regeln. Während beim Börsenhandel erneut Order- und Transaktionskosten anfallen, nehmen Fondsgesellschaften ihre Anteile kostenlos zurück. Tipp: Das gilt auch dann, wenn die Fondsanteile via Börsenorder erworben wurden.

Depotgebühren: Für Privatanleger empfehlen sich Depots zum Nulltarif. Ohne Einschränkung gibt es die bei Direktbanken wie Cortal Consors, ING-Diba und Maxblue. „Häufig sind gebührenfreie Depots jedoch an Bedingungen geknüpft”, sagt Holger Handstein von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

So verzichten Comdirect, S-Broker oder Netbank dann auf Depotentgelte, wenn ein Sparplan betrieben, das bankeigene Girokonto genutzt oder ein bestimmter Vermögensstand nicht unterschritten wird. Die Jahresgebühr übersteigt jedoch selten 30 Euro.

Vermeiden sollte man die Aufbewahrung in der Bankfiliale. Am Bankschalter sind bis zu 1,0 Prozent vom Kurswert der Papiere fällig. Ein Depotwert von 25.000 Euro kostet demnach bis zu 250 Euro im Jahr.