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Aachen: Biallos Ratgeber: Die Qual der Wahl bei der Nachhilfe

Aachen : Biallos Ratgeber: Die Qual der Wahl bei der Nachhilfe

Mit jedem neuen Schuljahr stellt sich für viele Schüler die bange Frage: Wie lange geht das gut ohne Nachhilfe? Wenn die Noten in den Keller rutschen, setzen viele auf professionelle Nachhilfeinstitute. Doch nicht alle bieten gute Qualität. Worauf kommt es an?

Schülerkarrieren ohne privaten Zusatzunterricht sind selten geworden. Inzwischen lassen sich sogar gute Schüler coachen, um ihre Leistungen zu optimieren. Gute Nachrichten für die Nachhilfeinstitute: Sie verzeichnen seit Jahren einen „konstant guten Zulauf“, sagt Cornelia Sussieck, Vorsitzende des Bundesverbands Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN).

Welche Nachhilfeinstitute gibt es? In fast jedem kleinen Ort in Deutschland findet man ein Nachhilfeinstitut. Dabei wird der Markt beherrscht von den Branchenriesen Studienkreis und Schülerhilfe, die mit jeweils rund 1000 Niederlassungen präsent sind. Auch das Lernstudio Barbarossa gehört zu den großen Anbietern. Dazu gesellt sich eine Vielzahl von Lern-instituten, die regional tätig sind. So ist der Mini-Lernkreis vor allem in ländlichen Regionen in über 1000 Gemeinden vertreten.

Was leisten Nachhilfeinstitute?

Lerninstitute bieten in der Regel Einzel- und Gruppenunterricht an, bestenfalls in allen Klassenstufen und für alle Schularten. Man kann dauerhaft Hilfe in Anspruch nehmen, aber auch kurzfristig: „Ein gutes Institut reagiert schnell und ermöglicht innerhalb von ein bis zwei Tagen Nachhilfestunden vor einer Klassenarbeit“, sagt Sussieck.

Hinzukommen Prüfungsvorbereitungs- und Ferienkurse. Viele Institute bieten auch Förderkurse bei Lese-, Rechtschreibschwäche oder Dyskalkulie an. Vorsicht: Auch wenn ein Paukstudio Tausende von Schülern pro Jahr durch sein Institut schleust, ist das keine Garantie für flächendeckende Qualität. Je nach Filialleitung gibt es große Unterschiede, so Sussieck.

Worauf sollte man achten?

„Im Gruppenunterricht sollten nur Schüler aus derselben Klassenstufe und Schulart unterrichtet werden“, rät Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbands. Wichtig seien qualifizierte Lehrer. „Der Lehrer muss genaue Kenntnis des aktuellen Lehrplans haben.“ Zudem müsse er motivieren und diagnostizieren können, wo das Lernproblem liegt. Er sollte pädagogisches Geschick an den Tag legen und Lerntechniken vermitteln können. „Hier können gute Profi-Institute zum Teil mehr leisten als Studenten oder ältere Schüler als Nachhilfelehrer“, sagt Meidinger.

Was kostet Nachhilfe?

Üblich ist eine Doppelstunde von 90 Minuten pro Woche. So fallen für Gruppenunterricht im Monat zwischen 85 und 130 Euro an, für Einzelunterricht 120 bis 160 Euro. Wichtig ist, dass das Institut Probeunterricht und eine kurze Kündigungsfrist gewährt: „Maximal ein oder zwei Monate sind akzeptabel“, sagt Sussieck. Private Nachhilfe bei Studenten, Schülern oder Lehrern liegt bei zehn bis 40 Euro für 45 Minuten.

Was sind die Alternativen zum Nachhilfeinstitut?

Studenten, ältere Schüler oder angehende Lehrer können durchaus gute Nachhilfelehrer sein. Hier kann man das Pauken oft individueller organisieren. Voraussetzung ist, dass die Hilfe zuverlässig ist.

Auch Online-Nachhilfe ist gefragt. Viele Portale — zum Beispiel www.sofatutor.com — bieten Hilfe über den PC an. Es gelten dieselben Qualitätskriterien wie bei den Lerninstituten. Es kommt auf den Schüler an, ob er mit der Methode umgehen kann. Eines gilt immer: „Nachhilfe ist wirkungsvoll, wenn überschaubare Lücken geschlossen werden“, sagt Heinz-Peter Meidinger.

Wenn der Schüler generell überfordert ist, „bringt auch Nachhilfe nichts“.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers