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Aachen: Biallos Ratgeber: Der Mini-Job wird attraktiver

Aachen : Biallos Ratgeber: Der Mini-Job wird attraktiver

Minijobs, sogenannte geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, sind bei Arbeitgebern wie Arbeitnehmern in Deutschland gleichermaßen beliebt. Über sieben Millionen Menschen nutzen diese Job-Variante.

Im Laufe dieses Jahres will die Regierungskoalition ein Gesetz vorlegen, das die Verdienstkriterien für Minijobber neu regelt. Damit soll der allgemeinen Lohn- und Preisentwicklung Rechnung getragen werden. Was ist für 2012 geplant?

Höhere Verdienstgrenze

Vorgesehen ist eine Anhebung der Entgeltgrenze von 400 auf 450 Euro. Sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer bedeutet die Erhöhung um 50 Euro vor allem erst einmal mehr Flexibilität. Grundsätzlich ist ja hier bei Dauerarbeitsverhältnissen der Durchschnittsverdienst aus zwölf Monaten entscheidend.

Für beide Seiten bietet die Erhöhung somit den Vorteil, dass verstärkt in unterschiedlichem Umfang gearbeitet werden kann, ohne dabei gleich befürchten zu müssen, dass sich dadurch die versicherungsrechtliche Beurteilung ändert. Zusätzlich darf das Einkommen in zwei Monaten innerhalb eines Kalenderjahres unvorhergesehen die 450-Euro-Grenze überschreiten, zum Beispiel bei einer plötzlichen Krankheitsvertretung von Kollegen.

Rentenversicherung

Mit einer neuen Rentenversicherungsregelung soll eine komplette Umkehrung der aktuellen Regelung kommen. Derzeit sind Minijobber grundsätzlich rentenversicherungsfrei. Nur auf Wunsch und durch freiwillige Aufstockung mit Zusatzbeiträgen haben sie die Möglichkeit, den vollen Versicherungsschutz und somit das gesamte Leistungspaket der Rentenversicherung zu erhalten.

Die Koalitionspläne sehen dagegen vor, dass Minijobber künftig grundsätzlich rentenversicherungspflichtig sind. Dafür stocken sie dann den pauschalen Rentenversicherungsbeitrag des Arbeitgebers von derzeit 15 Prozent aus eigenen Mitteln bis zum aktuell gültigen Beitragssatz der Rentenversicherung von 19,6 Prozent auf.

Der Minijobber zahlt demnach 4,6 Prozent zusätzlich ein. Nur wenn dies vom Arbeitnehmer - also dem Minijobber - ausdrücklich nicht gewünscht wird, kann ein Antrag auf Versicherungsfreiheit gestellt werden. Dann bleibt es bei der pauschalen Abgabe des Arbeitgebers.

Mit der geplanten Neuregelung zielt die Bundesregierung darauf ab, dass auch bei Minijob-Verhältnissen viele Arbeitnehmer die Chance nutzen, sich durch eine Zuzahlung über eigene Rentenversicherungsbeiträge mehr Sicherheit und ein gewisses Polster für die eigene Altersvorsorge zu schaffen. Mit der Umsetzung der neuen Regelungen wird bis Sommer gerechnet.