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Aachen: Biallos Ratgeber: Darauf kommt es beim Geldanlegen an

Aachen : Biallos Ratgeber: Darauf kommt es beim Geldanlegen an

Es kommt darauf an, was Sie haben — und was Sie wollen: Das ist die Basis für ein finanziell sorgenfreies Leben. Doch die ist leider vielen Menschen nicht ganz klar. Ein Geldsegen kann manchmal den richtigen Denkanstoß liefern, um das Vermögen optimal zu verteilen.

Helga Degenhardt hat eigentlich bisher gedacht, ihr Leben sei in trockenen Tüchern: Die 51-Jährige, die ihren richtigen Namen in der Zeitung nicht lesen möchte, ist verheiratet, gesund, hat zwei erwachsene Kinder mit guten Jobs. Ihr Mann, seit 27 Jahren Bandarbeiter bei einem Autohersteller, und sie leben im eigenen Häuschen am Stadtrand. „Aber dann kamen die 87.000 Euro — und damit die Sorgen”, sagt Degenhardt; denn Helga und ihr Mann Peter wussten einfach nicht, wohin mit dem Erbe ihrer Tante Hildegard.

So wie den Degenhardts geht es derzeit vielen Menschen. Wer Geld anlegen will, der weiß in Zeiten der Superniedrigzinsen einfach nicht, wohin damit. Was tun — mit einmaligen Geldsummen oder dem Monat für Monat Ersparten?

Das ist die wichtigste Frage bei der Suche nach dem richtigen Vermögensmix. Brauche ich in zwei Jahren 20.000 Euro für das neue Familien-Auto? Benötige ich in zehn Jahren 30.000 Euro für das Studium der Kinder? Oder möchte ich in 30 Jahren 100.000 Euro haben, um die dann beginnende Rente aufzubessern? Die Antwort auf solche Fragen liefert schon einmal die Basis, um die Art der Geldanlage zu bestimmen.

Wer Geld kurz parken will, für den empfiehlt sich zum Beispiel ein Top-Festgeld. Da sind bei zwei Jahren mehr als 1,5 Prozent Zinsen drin — ein Vielfaches des Durchschnittes, den deutsche Banken zahlen. Mehr Informationen stehen im Netz. Ist der Anlagehorizont länger, dann kommt die zweite Basis-Erkenntnis ins Spiel:

Jedem ist wohl bewusst, dass sich mehr Rendite erzielen lässt, wenn der Anleger auch einmal bereit ist, etwa die Kursschwankungen bei Fonds oder Indexzertifikaten auszusitzen, wie sie an der Börse auftreten. Doch schon bei der an sich lohnenswerten Beschäftigung mit dem Thema schrecken die meisten Deutschen zurück — so wie Helga Degenhardt: „Ob ich so ein Risiko eingehen sollte, das konnte ich nicht beurteilen.”

Jetzt schon. Denn die Degenhardts haben sich bei einem unabhängigen Vermögensberater informiert — und der hat ihnen erst einmal die Augen über ihr bisher angespartes Vermögen geöffnet. „Wir sind viel wohlhabender als gedacht”, ist sich Degenhardt jetzt klar.

Denn das Haus ist inzwischen rund 200.000 Euro wert, eine Lebensversicherung mit 120 000 Euro kommt mit dem 65. Lebensjahr. Viele 10.000 Euro sind da schon eingezahlt — genau wie in die gesetzliche Rente. Der größte Teil des Ersparten liegt also in sehr sicheren Geldanlagen, die zwar leicht im Wert zulegen — aber gerade einmal zwei, drei Prozent Rendite erzielen. Wenn’s gut geht . . . denn das Eigenheim bezeichnet der Vermögens-Analytiker als „Klumpenrisiko”: Hier steckt ein großer Teil des Ersparten. Ob das Haus am Rand der Stadt auch nur seinen Wert behält, wenn es einmal 50 Jahre alt ist, die Einwohnerzahl — also die Nachfrage — sinkt oder größerer Renovierungsbedarf ansteht, das ist nicht gewiss.

Sinnvoll ist es deswegen, den Geldsegen zu nutzen, um neben den vielen sicheren und renditeschwachen Anlagen Vermögen in Anlagen mit etwas mehr Chancen anzulegen. Weil das Geld nicht genau zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt wird, stören Degenhardts auch die Schwankungen nicht. Sie werden dann verkaufen, wenn der Kurs stimmt.„Und es war sogar nicht so schwierig, ein gutes Indexzertifikat dafür zu finden”, so Degenhardt.

Der Berater hat so ein Papier empfohlen, das einfach die Entwicklung des Deutschen Aktienindex Dax nachzeichnet. Der hat in den vergangenen 20 Jahren mehr als sechs Prozent pro Jahr im Durchschnitt zugelegt. Wer also Geduld hat, konnte in der Zeit sein Vermögen dort fast vervierfachen. Nur in Panik bei Dax-Einbrüchen verkaufen, das darf der Anleger nicht. „Aber Panik haben wir jetzt nicht mehr”, sagt Helga Degenhardt. „Wir wissen ja, wo wir finanziell stehen.” Auf vielen Füßen — gesunden. Der ideale Vermögensmix eben.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers