1. Leben
  2. Geld

Besteuerung von Renten: Was Verbraucher beachten müssen

Besteuerung von Renten: Was Verbraucher beachten müssen

Berlin. Die Rentenreform von 2005 hat die Besteuerung der Rente heftig durcheinandergewirbelt. Viele alte und bekannte Regelungen zur Besteuerung der Rente sind verändert worden, neue kamen hinzu.

Fakt ist auf jeden Fall: Mehr Rentner als bis 2004 werden in den kommenden Jahren Steuern zahlen müssen. Aber auch bei der Absetzbarkeit von Rentenbeiträgen hat sich einiges geändert. Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.

Wie werden gesetzliche Renten genau besteuert? Die klassischen Leibrenten aus unversteuertem Einkommen (also alle Renten, die nicht vererblich, nicht kapitalisierbar, nicht veräußerbar, nicht übertragbar und nicht beleihbar sind, dazugehören auch Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung) wurden ab dem Rentenjahrgang 2005 und für alle Jahrgänge davor zunächst mit einem Besteuerungsanteil von 50 Prozent versehen. Für jeden neuen Rentnerjahrgang wird der Besteuerungsanteil bis 2020 um jeweils zwei und von 2021 bis 2040 um jeweils einen Prozentpunkt erhöht.

Die Besteuerung der Rente nimmt damit erheblich zu, denn vorher lag der Ertragsanteil der Rente je nach Alter bei Rentenbeginn deutlich niedriger - die Steuern waren damit niedriger. Für Rentner, die 2009 in Rente gehen oder gegangen sind, beträgt der Besteuerungsanteil 58 Prozent. Bisher war der für die Steuer relevante Ertragsanteil der Rente abhängig vom Renteneintrittsalter und betrug bei Rentenbeginn mit 65 Jahren lediglich 27 Prozent. Bei einem Rentenbeginn im Jahre 2040 muss dann die Rente in voller Höhe versteuert werden. Besonders wichtig dabei: Künftig wird - anders als bisher - nicht mehr der Ertragsanteil der Rente mit einem bestimmten Prozentsatz der Steuer unterworfen. In Zukunft wird einmalig der Rentenfreibetrag im ersten Rentenjahr in Euro berechnet, der dann für die gesamte Rentenzeit „lebenslang” gilt und der bei steigenden Renten nicht mehr mitwächst.

Was ist mit einer privaten Berufsunfähigkeitsrente - werden darauf Steuern fällig? Wie auch andere private Renten werden die Berufsunfähigkeitsrenten vom Finanzamt nicht verschont und sind mit dem Ertragsanteil steuerpflichtig. Bei einer sogenannten abgekürzten Rente, die nur für einen bestimmten Lebenszeitraum gezahlt wird wie die Berufsunfähigkeitsrente, bemisst sich die Höhe des Ertragsanteils und damit die Steuer nach der Dauer der Rentenzahlung. Läuft die Rente zum Beispiel 10 Jahre, beträgt der für die Steuer relevante Ertragsanteil 12 Prozent, läuft die Rente 20 Jahre, sind es 21 Prozent.

Wichtig ist der Ertragsanteil auch bei den Renten aus privaten Versicherungsverträgen, denn auch diese Rente müssen die Sparer versteuern. Hier richtet sich die Steuer nach dem Alter bei Rentenbeginn. Wer mit 60 Jahren erstmals Geld aus der privaten Versicherung bekommt, muss sich lebenslang auf einen Ertragsanteil von 22 Prozent einstellen, mit 65 sind es sogar nur 18 Prozent. Helfen private Versicherungen wirklich Steuern sparen? Klassische Lebens- oder Rentenversicherungen haben schon vor der Rentenreform nur selten beim Steuern sparen geholfen - wenn bis 2004 Steuern gespart wurden, wirken diese Vorteile aber noch bis 2019 vor allem bei Selbstständigen fort. Bei der Riester-Rente sind die Beiträge bei unmittelbar Berechtigten tatsächlich steuerlich absetzbar. Maximal können 2100 Euro abgesetzt werden, bei Gutverdienern sind so bis zu 1000 Euro Steuervorteil möglich. Selbst wenn davon die Zulagen abgezogen werden, sparen Gutverdiener ohne Kinder tatsächlich Steuern mit dem Riester-Modell.

Welche Steuervorteile bringen Rentenversicherungen gegen Einmalzahlung? Diese Modelle sind vor allem bei der Rürup-Rente aus Steuer-Sicht interessant. Denn wer heute in einen Rürup-Vertrag eine Einmalzahlung leistet, um daraus sofort eine Rente zu beziehen, kann 68 Prozent des Beitrages (maximal 13 600 Euro, für Verheiratete die doppelte Summe) steuerlich absetzen. Im Gegenzug sind aber 58 Prozent der Rente steuerpflichtig. Ob das Modell „Rente - Einmalzahlung - Steuerersparnis” tatsächlich aufgeht, hängt aber nicht nur vom Steuervorteil ab, sondern auch von der möglichen Rendite der Anlage. Ist die gering, werden die Steuervorteile die Rendite auch nicht mehr antreiben.