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Berlin: Berufsunfähigkeit: 7 Tipps zur Versicherung

Berlin : Berufsunfähigkeit: 7 Tipps zur Versicherung

Der Schutz gegen Invalidität durch eine Berufsunfähigkeits-Versicherung ist neben der privaten Haftpflichtpolice der wichtigste Versicherungsschutz überhaupt. Kann jemand seinen Beruf nicht mehr ausüben, droht ohne Absicherung häufig der finanzielle Ruin.

Aber der Berufsunfähigkeitsschutz ist nicht ohne Tücken. Deshalb sollte man sieben Regeln beachten, bevor man sich vertraglich bindet. 1. Ausreichend versichern. Die Versicherungssumme muss dem Einkommen angemessen sein. Wer heute schon 2500 Euro netto verdient, ist mit einer Monatsrente von 1000 Euro schlecht beraten. Als Faustregel gilt: Vereinbart werden sollte immer eine Rente, die mindestens 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens beträgt. Nur so lässt sich der Lebensstandard sichern.

Wichtig ist, dass eine später einmal zu zahlende Rente flexibel gestaltet wird, so dass Preissteigerungen aufgefangen werden. Denn wenn 2000 Euro heute vielleicht reichen, so haben sie in 20 Jahren voraussichtlich nur noch eine Kaufkraft von 1000 Euro - viel zu wenig für den gewohnten Lebensstandard. 2. Der Vertrag muss lange genug laufen. Natürlich sind Policen günstiger, die einen Schutz nur bis zum 55. Geburtstag vorsehen. Aber wie soll man dann im Fall der Fälle die zehn bis zwölf Jahre bis zur Rente überbrücken? Sinnvoll sind deshalb Verträge, die mindestens bis zum 63. Geburtstag laufen. Besser ist ein Vertragsende mit 65 bis 67 Jahren - je nachdem, wann man in den Genuss des Ruhestandes kommt.

3. Nur uneingeschränkter Schutz ist guter Schutz. Bringt ein Antragsteller Vorerkrankungen mit, schlagen die Gesellschaften gelegentlich vor, bestimmte Krankheitsbilder vom Schutz auszunehmen. Tatsächlich ist das so, als wenn man gar keinen Vertrag hat. Denn im Ernstfall wird sich wahrscheinlich kaum feststellen lassen, ob denn nun die ausgeschlossene Krankheit nicht doch an der Berufsunfähigkeit schuld ist. Statt Ausschluss sollten Betroffen deshalb lieber einen Risikozuschlag vereinbaren. 4. Keinen verbundenen Schutz wählen. Es gibt immer noch Angebote, die den Schutz gegen Berufsunfähigkeit mit (Kapital-)Lebensversicherungen koppeln.

Eine solche Verbindung ist vor allem bei Kapitallebensversicherungen nicht sinnvoll, da in diesem Fall ein hoher Anteil der Prämie in einen schlecht verzinsten Sparvertrag fließt und nur ein geringer Teil in die so wichtige Versicherung. Die Folge: Unterversicherung durch eine zu geringe Rente. Sinn kann eine Verbindung allenfalls mit einer Rürup-Rentenversicherung machen - und zwar aus steuerlichen Gründen. 5. Keine abstrakte Verweisung vereinbaren. Der Versicherer kann sonst seine Leistungen verweigern, wenn man theoretisch noch in einem anderen Beruf arbeiten könnte. Das hebt den Schutz quasi auf. 6. Gesundheitsfragen immer richtig beantworten.

Die Gesundheitsfragen sind das A und O eines jeden Vertrages, weil sie die Basis für die Versicherung sind. Alle Fragen im Antragsformular müssen immer wahrheitsgemäß beantwortet werden. Notfalls sollte man bei seinen Ärzten nachfragen, wenn man sich unsicher ist bei Antworten, die sich auf die eigene Gesundheit beziehen. Der Grund: Weist der Versicherer später nach, dass man gesundheitliche Probleme verschwiegen oder Fragen nicht vollständig beantwortet hat, kann die Gesellschaft vom Vertrag zurücktreten. Damit entfällt der Versicherungsschutz. 7. Nicht blenden lassen. Vor allem Direktversicherer werben damit, dass man nur den Nettobeitrag zahlen muss - das ist die reguläre Prämie abzüglich der anfallenden Gewinnbeteiligungen.

Der Haken an der Sache: Kalkuliert der Versicherer schlecht und fallen Überschüsse weg, müsste man im schlimmsten Fall den Bruttobeitrag zahlen. Das ist der maximal vereinbarte Beitrag, der im Tarif vereinbart wurde.