Aachen: Bei Schenkung von Steuerbefreiung profitieren

Aachen: Bei Schenkung von Steuerbefreiung profitieren

Wer seine selbstbewohnte Immobilie an den Ehepartner verschenkt, profitiert von der Steuerbefreiung. Dabei ergeben sich noch weitere Optionen. Neben den normalen Freibeträgen gibt es bei Schenkungen eine Reihe von weiteren interessanten aber kaum bekannten Steuerbefreiungen.

Vor allem im Rahmen von Immobilien-Übertragungen zeigen sich lukrative völlig legale Möglichkeiten. So ist etwa die Schenkung des selbstbewohnten Eigenheims unter Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern grundsätzlich steuerfrei -; und das unabhängig vom Wert sowie der Größe der Immobilie. Also selbst, wenn es sich um eine Luxusvilla handelt.

„Diese Steuerbefreiung besteht zusätzlich zu dem persönlichen Freibetrag“, sagt Agnes Fischl, Fachanwältin für Erbrecht und Steuerberaterin von der Kanzlei Convocat aus München. Dies gilt übrigens auch, wenn das Grundstück in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) beziehungsweise des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) liegt. Das Haus oder die Wohnung muss lediglich den Mittelpunkt des familiären Lebens zu eigenen Wohnzwecken darstellen.

Wichtig:

Wie vom Bundesfinanzhof entschieden, kommt es dabei nur auf den Zeitpunkt der Zuwendung des Familienheims an. Keinerlei Rolle spielt dabei, wann die betreffende Immobilie angeschafft wurde. So ist nicht von Belang, dass beispielsweise die Immobilie bereits zu einem Zeitpunkt erworben wurde, zu dem die Ehe noch gar nicht bestand. Ebenso unerheblich ist, seit wann die Immobilie als Familienheim der Eheleute dient (Bundesfinanzhof, Az. II R 37/09).

Schenkungen sind unbegrenzt möglich

Auch die zehnjährige Wohnpflicht, wie beim Vererben eines selbstgenutzten Eigenheims, gibt es hier nicht. Das bedeutet, dass von den Finanzbehörden keine Prüfung der Angemessenheit im Falle der Schenkung vorgenommen wird.

Der beschenkte Partner kann das Familienheim bei Bedarf jederzeit verkaufen und sich somit finanziell so stellen, als sei ihm Bargeld in jeglicher Höhe erbschaftsteuerfrei geschenkt worden. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob das Familienheim zu einem späteren Zeitpunkt verkauft wird oder eine Nutzungsänderung stattfindet.

Egal ob der Beschenkte nun die Immobilie zu einem späteren Zeitpunkt verkaufen, oder erneut verschenken möchte -; es besteht keine gesetzlichen Sperrfristen. „So ist es durchaus möglich, durch wiederholte schenkweise Übertragung von Familienheimen von einem Ehepartner auf den anderen -; auch im Wert von mehreren Millionen -; ganz legal Vermögen frei zu stellen“, sagt Anwältin Fischl.

Schenken über Umwege

Manchmal ist eine Schenkung über einen „Umweg“ vorteilhafter als eine Direktschenkung, wenn sich dadurch die Freibeträge steuerlich besser nutzen lassen.

Beispiel:

Ein Vater möchte gerne seiner Tochter die derzeit eigengenutzte Villa überschreiben. Diese hat aktuell einen Verkehrs- und Steuerwert von 1,5 Millionen Euro. Abzüglich des Freibetrags von 400.000 Euro müsste die Tochter demnach noch 1,1 Millionen Euro zu einem Steuersatz von 19 Prozent versteuern. 209.000 Euro fließen somit an den Fiskus.

Strategie:

Der Vater überträgt die Hälfte der Immobilie steuerfrei an seine Ehefrau. Anschließend schenken beide Elternteile zu gleichen Teilen die Villa an die Tochter. Im Vergleich sehen die Rechnungen so aus: Der strategische Umweg erspart der Familie mit 104.000 Euro fast die Hälfte der ursprünglichen Schenkungsteuer.

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