Leipzig: Bausparförderung nicht für jeden

Leipzig: Bausparförderung nicht für jeden

Einige Verkäufer von Bausparverträgen locken Kunden mit staatlichen Förderungen, obwohl die im konkreten Fall nicht greifen. Besonders Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage werden von Vermittlern gern als Verkaufsargument eingesetzt.

Neuerdings kommt auch noch die Riester-Förderung dazu. Wie Beschwerden bei der Verbraucherzentrale Sachsen belegen, erklären die Verkäufer jedoch ihren Kunden nicht immer, dass diese staatlichen Förderungen nicht jedermann erhalten kann.

Sowohl die Zahlung der Wohnungsbauprämie wie auch die der Arbeitnehmersparzulage sind an Einkommensgrenzen gebunden. Diese sind in beiden Fällen nicht besonders hoch angesetzt, so dass viele Verbraucher nicht in den Genuss dieser staatlichen Förderung kommen. Für den Erhalt der Wohnungsbauprämie dürfen Alleinstehende nicht mehr als 25.600 Euro und Ehepaare nicht mehr als 51.200 Euro zu versteuerndes Einkommen pro Jahr erzielen.

Bezüglich der Arbeitnehmersparzulage ist es noch weniger, nämlich nur 17.900 Euro für Singles und 35.800 Euro für Ehepaare. „Dass unterschiedliche Höchstgrenzen gelten, ist für Verbraucher schwer einzuordnen”, sagt Andrea Heyer, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. „Umso wichtiger ist es, vor Vertragsabschluss richtig aufgeklärt zu werden.”

Dazu gehört auch die Information, dass für Verträge, die seit dem 1. Januar 2009 geschlossen und gefördert werden, grundsätzlich die zusätzliche Bedingung gilt, dass das Ersparte immer unmittelbar wohnungswirtschaftlich verwendet werden muss. Es ist generell also nur noch mit Altverträgen, die bis Ende 2008 geschlossen wurden, möglich, beispielsweise nach acht Jahren mit dem geförderten Ersparten einen Autokauf zu finanzieren. Diese alte Regelung gilt nach neuem Recht nur noch für sehr junge Bausparer fort, nämlich für solche, die bei Vertragsabschluss noch keine 25 Jahre alt waren.

Bei der Riester-Förderung spielen Einkommensgrenzen keine Rolle. Wer sie in Anspruch nehmen will, muss jedoch Pflichtmitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung sein oder zumindest einen pflichtversicherten Ehepartner haben, informiert die Verbraucherzentrale Sachsen.

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