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Bankfindung für Verbraucher - für jeden die Richtige

Die Nadel im Heuhaufen? : Bankfindung für Verbraucher: Für jeden die Richtige

Die Zeiten, in denen man ohne Kontakt zu Banken durchs Leben gehen konnte, sind so vorbei wie die Arbeitgeberpraxis, Gehälter all-freitäglich bar via Lohntüte auszuzahlen. Doch wie findet man unter den ungezählten Anbietern etwas Passendes für sich?

Man braucht eine, damit der Vermieter sein Geld bekommt. Der Energieversorgervertrag funktioniert auch nicht ohne. Wenn man sein Erspartes so anlegen will, dass es zumindest gegen Diebstahl geschützt ist, vielleicht sogar Zinsen abwirft, die die Auswirkungen der Inflation verlangsamen, braucht man ebenfalls eine. Auch Internet-Einkäufe funktionieren nicht ohne, wenn man nicht jedes Paket mit Nachnahme-Bargeld zuhause erwarten will. Und sollte man vorhaben, Auto, Haus und Co. per Kredit erwerben zu wollen, führt ebenfalls kein Weg daran vorbei.

Banken sind eine vollkommen unverzichtbare Institution geworden. Für wirklich jeden Bürger, der regelmäßig Geld bekommt und/oder es für Dinge ausgeben muss, die er nicht bar bezahlen kann. Obschon es in den vergangenen Jahren weniger geworden sind, gibt es nach wie vor immer noch rund 1800 verschiedene Kreditinstitute. Und alle werben damit, die besten zu sein. Da braucht es den Verbraucherwillen, je nach gewünschter Nutzung zu filtern. Doch worauf bei den wichtigsten Finanzprodukten achten?

1. Fürs Girokonto

Von allen Finanzprodukten und -dienstleistungen, für die man Banken benötigt, ist das Girokonto dasjenige, das am ehesten die Bezeichnung "Absolute Basis" verdient - was auch der Grund dafür ist, dass es hierzulande mehr Girokonten als Einwohner gibt, 105 zu 83 Millionen.

Hier sollte man vornehmlich auf Folgendes achten:

  • Das Institut ist für das eigene Lebensmodell hinreichend „erreichbar“. Das heißt, man findet in seiner Umgebung genügend Geld- bzw. Überweisungsautomaten, auch Filialen, falls man kein oder nicht ausschließlich Online-Banking betreiben will. Die von der Bank ausgegebene EC-/Girokarte wird breitumfänglich anerkannt.
  • Falls man (auch) Online-Banking betreiben möchte, sind die genutzten Sicherungsverfahren auf dem neuesten Stand.
  • Die Gebühren passen zum eigenen Finanzverhalten. Entweder als regelmäßige Pauschale oder leistungsbezogene Abgabe.
  • Es gibt keine versteckten Gebühren wie Mindest-Eingänge oder solche für das Abheben an hauseigenen Automaten.

Tatsächlich ist das Finden einer Bank fürs Girokonto knifflig: Dadurch, dass sich unsere Lebensmodelle und Zahlungsweisen so sehr unterscheiden, sind Pauschalaussagen nur schwer möglich. Deshalb und weil Girokonten zu den Basics gehören, die praktisch jede Bank anbietet, ist ein sorgfältiger Vergleich vonnöten. Dazu ein simpler Trick: Auf Google Maps gehen und dort einfach mit „Wohnort + Bank“ schauen, wer generell und wie häufig in der Nähe vertreten ist.

2. Für Kredite

Auch Kredite gehören zu jenen Produkten, die praktisch alle Banken offerieren - weil darüber ins Haus fließende Zinsen eine der wichtigsten Finanzierungen der Banken sind.

Hier sollte man auf folgende Punkte achten:

  • Das eigene Lebensmodell sowie die gewünschten Konditionen entsprechen dem Fokus der Bank. So verlangt ein Kredit über die HypoVereinsbank unter anderem, seit mindestens drei Monaten beim derzeitigen Arbeitgeber beschäftigt und aus der Probezeit hinaus zu sein.
  • Die Zinsen werden leicht verständlich in Soll- und Effektivzins aufgeschlüsselt, es gibt keine verklausulierten Angaben.
  • Das Angebot macht einen „optionalen“ Eindruck. Heißt, man fühlt sich auch durch einen etwaigen menschlichen Berater nicht unter Druck gesetzt.
  • Es gibt keinen (gefühlten) Zwang und am besten erst gar keinen Versuch, den Erhalt des Kredits mit dem Verkauf zusätzlicher Produkte (etwa einer Kreditkarte) zu kombinieren. Derartige Verbund- oder Koppelgeschäfte stehen unter scharfer Kritik.
  • Das Institut vergibt nicht blind, sondern rät selbst zu vernünftigen Raten, Laufzeiten und dergleichen; man hat nicht den Eindruck, dass einen angebotene Konditionen überfordern würden.

Praktikabel kann es sein, eine Kreditsuche bei dem Institut zu beginnen, bei dem man sein Girokonto hat, aber die dort aufgerufenen Konditionen zunächst nur zu nutzen, um weitere Angebote zu vergleichen.

3. Fürs Festgeldkonto

Mit Absicht erwähnen wir an dieser Stelle nicht mehr das Sparbuch. Denn wie bereits in unserer Experten-Aktion jüngst festgestellt wurde:

„F: Lohnt sich Sparen, etwa für die Altersvorsorge, überhaupt noch?

A: Ja, allerdings nicht mit herkömmlichem Sparen auf dem Sparbuch.“

Gut waren die Zinsen auf Spareinlagen, also das Sparbuch, wie man es kennt, schon sehr lange nicht. Aber bis vor der Finanzkrise lagen sie wenigstens immer (etwas) oberhalb der Inflationsrate. Heute ist das anders. Da gibt es im Schnitt aufs Sparbuchgeld nur 0,2 Prozent Zinsen - bei einer Inflationsrate von aktuell etwa 1,7 Prozent. Ähnlich trüb sieht es bei Tagesgeld aus.

Wer nicht auf Fondssparpläne setzen will, hat für das längerfristige normale Sparen deshalb momentan nur die Option auf ein Festgeldkonto. Hier sollte man auf Folgendes achten:

  • Die Bank liefert Modelle, die überhaupt dem entsprechen, was man rechnerisch festlegen möchte. Oftmals beginnt die Mindesteinlage erst bei einigen tausend Euro.
  • Es gibt durch den Sitz der Bank in Deutschland nicht nur die gesetzliche Einlagensicherung, sondern idealerweise auch noch einen Eigenschutz, der das Guthaben komplett absichert.
  • Die Laufzeit ist nicht länger als das, was man gefühlt ansetzen möchte. Wer bloß einen Notgroschen so anlegen will, dass der Wert erhalten bleibt, sollte nicht gerade eine mehrjährige Festlegung vereinbaren.
  • Die Zinsen sind maximal hoch. Zwar sind sie Institut-übergreifend an die Laufzeit gebunden; innerhalb dieser schwanken die Werte jedoch zwischen den Banken beträchtlich.

Allerdings sei gesagt, dass auch das Festgeldkonto derzeit nur die Kaufkraft einer Summe X halbwegs gegen die Inflation verteidigen kann; merklich vermehren wird das Geld sich nicht.

4. Für die Kreditkarte

Nicht zuletzt die Reisefreudigkeit der Deutschen und der durchs Internet vollglobalisierte B2C-Handel haben dazu geführt, dass sich die Zahlen an Kreditkarten auch bei Normalverbrauchern in den vergangenen Jahren rasant vermehrten.

Allerdings gibt es hier einen Unterschied zwischen den Kreditkarten: Die Diners Card sowie die American Express werden direkt von den Kartengesellschaften herausgegeben. Nur bei MasterCard und Visa sind Banken als „Zwischenstufe“ involviert. Andere Karten sind auf dem europäischen Markt praktisch nichtexistent.

Doch auch wenn es damit prinzipiell nur zwei Karten gibt, für die man eine Bank benötigt, sollte man dennoch einige Punkte beachten:

  • Es gibt, falls es sich nicht um die eigene Hausbank handelt, keinen Zwang, vor dem Abschluss ein Girokonto zu eröffnen.
  • Es werden für die gewählte Karte bzw. Kartenstufe nach Möglichkeit keine Gebühren fällig. Hierzu bitte sorgsam eruieren, welches Limit man wirklich benötigt.
  • Wenn Zusatzleistungen dazugehören, sollten es welche sein, die man wirklich brauchen kann, etwa eine Reiserücktrittsversicherung, falls man sowieso viel reist.
  • Es gibt nach Möglichkeit keine Gebühren für das Abheben von Bargeld; zumindest in Deutschland bzw. Europa. Auf diese Weise muss man im Alltag nicht immer beide Karten, EC-/Giro- und Kreditkarte, mitführen.

Wer zumindest für den normalen Jahresurlaub die Karte nutzen will, sollte zudem auch einen sehr genauen Blick auf die Auslandskonditionen werfen. Das ist der Lackmustest, bei dem viele Banken scheitern, obwohl die Karte ansonsten „gut“ wirkt.

(vo)