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Biallos Ratgeber: Auch Bagatellerkrankungen zählen

Biallos Ratgeber : Auch Bagatellerkrankungen zählen

Ob man unter chronischen Rückenbeschwerden leidet oder unter Heuschnupfen, geht leider nicht nur den behandelnden Arzt etwas an, sondern auch den Versicherer.

Nämlich dann, wenn man eine neue Police abschließen möchte: Bei manchen Versicherungspolicen will der Versicherer wissen, wie gesund sein Versicherungsnehmer ist und welches Risiko er eingeht, dass dieser Leistungen in Anspruch nehmen wird. Die gestellten Gesundheitsfragen sollte der Antragsteller gewissenhaft beantworten. Denn falsche oder ungenaue Angaben gehören zu den häufigsten Gründen, warum der Versicherer eine Leistung nicht bewilligt.

Versicherungen: Bei allen Policen, die Tod, Krankheit oder Unfallfolgen versichern, stellen Versicherer im Antrag Fragen zum Gesundheitszustand. Das ist zum Beispiel bei der Berufsunfähigkeits-, der Unfall-, Risikolebens-, Pflege- und auch der privaten Krankenversicherung üblich. „Falsche oder ungenaue Angaben gehören zu den häufigsten Gründen, warum man etwa keine Berufsunfähigkeitsrente erhält“, sagt Versicherungsberater Stefan Albers aus Montabaur.

Zeiträume: Typischerweise fragen die Versicherungen ambulante Therapien – hierzu zählen auch Besuche beim Heilpraktiker oder Physiotherapeuten – der letzten drei bis fünf Jahre, stationäre Behandlungen der vergangenen fünf Jahre und psychotherapeutische Behandlungen der vergangenen zehn Jahre ab. „Werden längere Zeiträume abgefragt, sollte man sich einen anderen Versicherer suchen“, rät Albers. Antragsteller sollten sich von ihren behandelnden Ärzten einen Auszug aus der Patientenakte geben lassen und bei der Krankenkasse nach abgerechneten Behandlungen fragen.

Beschwerden: Neben konkreten Diagnosen fragen die Versicherer auch oft allgemein nach „Beschwerden oder Anomalien“. „Dann muss man jede Art von Unwohlsein aufführen, auch wenn man deshalb nicht beim Arzt war“, betont Albers. Dazu gehören etwa Spannungskopfschmerzen, Prüfungsangst oder auch Schlaf- und Konzentrationsstörungen.

Bagatellerkrankungen: Manchmal wird aus einer Bagatellerkrankung wie einem Hustenreiz ein chronisches Leiden wie Asthma. Der Versicherer forscht dann nach, seit wann das Problem bestand. „Deshalb sollte man solche Bagatellerkrankungen angeben, auch wenn nicht explizit danach gefragt wird“, rät Albers. Also etwa „gelegentliche grippale Infekte“ oder „saisonaler, nicht behandlungsbedürftiger Heuschnupfen“ notieren.

Vorerkrankungen: Wer Vorerkrankungen hat, muss einen Risikozuschlag bezahlen oder die Vorerkrankung wird als Leistungsfall ausgeschlossen – im schlimmsten Fall erhält man gar keinen Vertrag. Der Risikozuschlag ist die bessere Lösung. Versicherer schätzen das Risiko von Vorerkrankungen unterschiedlich hoch ein. Betroffene sollten deshalb über einen Versicherungsberater oder -makler eine anonyme Risikovoranfrage bei diversen Versicherern stellen. Denn wer einmal namentlich von einem Versicherer abgelehnt wurde, hat kaum Chancen, bei einem anderen genommen zu werden.

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