Hannover: Auch Angestellte müssen delegieren lernen

Hannover: Auch Angestellte müssen delegieren lernen

Aufgaben zu delegieren, ist nicht nur Chefsache. Auch Angestellte müssen lernen, Dinge aus den eigenen Händen zu geben und nicht alles selbst zu erledigen.

Ansonsten überfrachteten sie ihren Tagesplan schnell, sagt der Unternehmensberater Sebastian Dominic von Buch aus Hannover. Gerade unter gleichgestellten Kollegen hätten viele aber Hemmungen, anderen eine Aufgabe aufs Auge zu drücken.

Zwar sei das Delegieren von oben nach unten einfacher, erläutert von Buch. Beschäftigte auf höheren Posten hätten es also leichter: Bei ihnen ist ohnehin klar, dass andere ihren Anweisungen folgen müssen.

Doch auch auf einer Hierarchiestufe sei das Delegieren von Aufgaben sinnvoll. Dann müssten Beschäftigte das aber begründen und inhaltlich argumentieren - etwa durch einen Satz wie „Das ist Ihr Gebiet” oder „Das betrifft eher Ihre Abteilung”.

Das Problem sei aber, dass die Verteilung der Aufgabenbereiche im Betrieb nicht immer klar geregelt ist, sagt von Buch. „Eigentlich müsste ja in jeder Stellenbeschreibung genau stehen, wer wofür zuständig ist. In der Praxis ist das aber trotzdem oft unklar.” Das könne dazu führen, dass delegierte Aufgaben unerledigt bleiben, weil sich keiner zuständig fühlt. „Dann besteht eben die Gefahr, dass alles immer weiterdelegiert wird und sich keiner darum kümmert.”

Wie groß dieses Problem ist, hänge von der Unternehmenskultur ab, sagt von Buch. Bei einem ausgeprägten Teamgeist dürfte also weniger schiefgehen. In Betrieben mit lauter Einzelkämpfern könne es eher passieren, dass die anderen einen hängenlassen, wenn man sie bittet, eine Aufgabe zu übernehmen.

Wichtig sei daher, das Delegieren offen zu kommunizieren und transparent zu gestalten, rät von Buch. Das bedeute zum Beispiel, dem Vorgesetzten Bescheid zu sagen, wenn man etwas delegiert - etwa so: „Ich habe die Aufgabe heute an den Kollegen Meier weitergegeben.” Erst dann seien Beschäftigte die Verantwortung für die Aufgabe los.

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