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Frankfurt/Main: Anleger muss entgangenen Gewinn wegen Falschberatung nachweisen

Frankfurt/Main : Anleger muss entgangenen Gewinn wegen Falschberatung nachweisen

Wollen Anleger gegen eine fehlerhafte Beratung vorgehen, müssen sie einen entgangenen Gewinn nachweisen können. Das hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschieden (Az.: 23 U 165/12). Der Anleger müsse außerdem belegen, dass er tatsächlich eine Alternative gewählt hätte, die entsprechend gewinnträchtig ausgefallen wäre. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

In dem vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mitgeteilten Fall hatte ein Anleger nach Empfehlung durch seinen Berater eine Beteiligung an einem Medienfonds gezeichnet. Die Bank war in erster Instanz im Rahmen der Rückabwicklung der Beteiligung unter anderem auch zur Zahlung von 29.400 Euro entgangenen Gewinns verurteilt worden. Hiergegen hatte sie Berufung eingelegt.

Mit Erfolg: Die Bank musste lediglich rund 20.369 Euro zahlen. Der Anleger sei beweispflichtig hinsichtlich des entgangenen Gewinns. Er müsse nachweisen, dass er mit einem alternativen Geschäft einen entsprechenden Gewinn erzielt hätte.

Zwar habe er erklärt, dass er bei einer Anlage in Festgeld in der fraglichen Zeit mit einem Gewinn von bis zu 3,5 Prozent bei der Bank habe rechnen können. Aufgrund seiner weiteren getätigten Anlagegeschäfte sei allerdings nicht plausibel, dass der Anleger das freie Geld auch tatsächlich in Festgeld investiert hätte.

(dpa)