Altersvorsorgepflicht: Das sollten Selbstständige wissen

Frankfurt: Altersvorsorgepflicht: Das sollten Selbstständige wissen

Millionen Selbstständige in Deutschland sind nicht rentenversichert. Die Folge: Vielen von ihnen drohen im Alter finanziell schwierige Zeiten. Um dem entgegenzusteuern, haben CDU/CSU und SPD sich im Rahmen ihrer Koalitionsverhandlungen auf eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige geeinigt: Für Selbständige soll eine Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung Pflicht werden, wenn sie keine privaten Vorsorgemaßnahmen getroffen haben.

Der Altersarmut entgegenwirken

Ob als Fitnesstrainer, Florist, Hochzeitsberater oder Heilpraktiker: Etwa drei Millionen Selbstständige sind in keinem Rentensystem vertreten. Laut Deutscher Rentenversicherung ist die Wahrscheinlichkeit, dass viele von ihnen im Alter von der Grundsicherung leben müssen, doppelt so hoch wie bei Angestellten, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.

Besonders von Altersarmut bedroht sind Selbstständige, die beruflich komplett allein unterwegs sind. Sie sind genauso wie Angestellte für ihren Lebensunterhalt auf ihre Arbeitskraft angewiesen, müssen aber zusätzlich fürs Alter Geld zurücklegen. Und im Gegensatz zu selbstständigen Ärzten oder Anwälten können sie auf kein Versorgungswerk zählen, das ihnen den Rücken stärkt. Die Pflicht zum Einzahlen in die gesetzliche Rentenversicherung soll Selbstständige und Freiberufler besser absichern.

Höhe der Beiträge und Versicherungspflicht

Die Versicherungspflicht soll für Selbstständige mit Datum der Existenzgründung gelten. Wird der Antrag später gestellt, zählt der Eingangstermin als Beginn der Versicherungspflicht. Selbstständige zahlen einen monatlichen Regelsatz, in den ersten drei Jahren der selbstständigen Tätigkeit ist auch der halbe Regelsatz möglich.

Der Regelsatz für die alten Bundesländer beträgt 566,37 Euro pro Monat, der halbe Regelsatz 283,19 Euro. In den neuen Bundesländern sind es 501,27 und 250,64 Euro.

Wichtig zu wissen: Wer sich als Selbstständiger in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert, kann diese nicht ohne weiteres wieder verlassen. Die Versicherung endet generell erst mit Beendigung der selbstständigen Tätigkeit.

Einzahlung einkommensabhängiger Beiträge möglich

Alternativ zu den Regelsätzen können Selbstständige einkommensabhängige Monatsbeiträge in die Rentenversicherung einzahlen. Der bundesweite Mindestsatz beträgt 83,70 Euro, der Höchstsatz in den alten Bundesländern 1.209 Euro und in den neuen Ländern 1078,80 Euro.

Eine Alternative zur Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung ist die Rürup-Rente. Freiberufler und Selbstständige profitieren bei dieser privaten Vorsorgeform von Steuervorteilen, das macht die Rürup-Rente zu einer interessanten Vorsorgeoption. Finanzberatungsunternehmen stehen beratend zur Seite. Sie bieten ihren Kunden Beratung in den Bereichen Vermögensaufbau, Altersvorsorge und Risikoabsicherung blicken dabei auf eine lange Erfahrung mit investmentbasierten Produkten zurück.

Die Vorteile der gesetzlichen Rentenversicherung für Selbstständige

Wer sich als Freiberufler oder Selbstständiger in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert, kann zusätzlich zur staatlichen Rente mit weiteren Vorteilen rechnen:

· Anspruch auf medizinische Rehabilitationsleistungen bei längerer Krankheit

· Anspruch auf Umschulungen oder Weiterbildungen, wenn der eigentliche Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann

· Im Falle einer Erwerbsminderung unter Umständen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente

· Waisen- und Hinterbliebenenrente für Angehörige bei Tod des Versicherungsnehmers

Ein weiteres Plus ist die Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten: Sie werden bei der späteren Rentenberechnung mit einbezogen - auch dann, wenn die versicherte Person in diesem Zeitraum keine Beiträge zur Rentenversicherung geleistet hat.

(vo)