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Düsseldorf: Abzockerei bei vielen Hotlines

Düsseldorf : Abzockerei bei vielen Hotlines

Viele Service-Hotlines mit der Vorwahl 0900 kassieren Anrufer gesetzeswidrig schon während der angeblich kostenlosen Preisansage ab. Dies ergab ein am Montag in Düsseldorf veröffentlichter Test der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westalen. Von den 25 angerufenen Hotlines ließen zwölf den Zähler schon während der Preisansage laufen.

Sieben Firmen kassierten dabei sogar den vollen Minutenpreis, auch wenn der Anruf schon früher abgebrochen wurde. Dies war den Angaben zufolge unter anderem bei Toshiba und dem Billigflieger Ryanair der Fall. Weitere fünf Firmen kassierten ebenfalls bereits für die Preisansage, aber zumindest sekundengenau berechnet.

Nach den Vorschriften der Bundesnetzagentur müssen die Preisangaben jedoch kostenlos sein und spätestens drei Sekunden vor Beginn der Entgeltpflicht gemacht werden. Viele Hotlines setzen laut Verbraucherzentrale aber darauf, dass die Verbraucher nicht jeden 0900-Anruf später in ihrer Rechnung daraufhin kontrollieren, ob der Einheitenzähler zu früh zu ticken begonnen hat.

Bei den inzwischen mehr als 100.000 von der Netzagentur vergebenen 0900-Nummern könnten so „durchaus Millionen Euro ungerechtfertige Entgelte zusammenkommen”. Zusätzliche Einnahmen verschaffen sich viele Anbieter von 0900-Hotlines zudem mit den Warteschleifen.

Von den 25 getesteten Hotlines waren dies 17. Zwar ist es nicht gesetzeswidrig, den Einheitenzähler schon ticken zu lassen, wenn der Anrufer noch auf den Kontakt mit einem Kundenbetreuer wartet. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW sollten diese Warteschleifen aber nach der Devise „ohne Leistung kein Geld” grundsätzlich kostenlos sein. Erst das Gespräch mit einem Kundenbetreuer berechtige zu Entgelten.

Ab dem 1. Januar dürften viele Anrufe bei 0900-Nummern im Übrigen noch teurer werden. Nach dem neuen Telekommunikationsgesetz dürfen Firmen dann für ihre 0900-Dienste statt bis zu zwei dann bis zu drei Euro pro Minute kassieren.