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Düsseldorf: Zahl der Sorgerechtsentziehungen in NRW gestiegen

Düsseldorf : Zahl der Sorgerechtsentziehungen in NRW gestiegen

Die Zahl der Sorgerechtsentziehungen ist in Nordrhein-Westfalen 2008 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte, haben im vergangenen Jahr die Gerichte in NRW in 3209 Fällen den vollständigen oder teilweisen Entzug des elterlichen Sorgerechts angeordnet. Dies waren 6,2 Prozent mehr Fälle als 2007.

Für 2403 dieser Kinder und Jugendlichen wurde das Personensorgerecht ganz oder teilweise auf das Jugendamt übertragen; 2007 gab es 2458 Übertragungen auf das Jugendamt. In 806 Fällen (2007: 565) übertrugen die Gerichte das Sorgerecht einer Einzelperson oder einem Verein.

Nach Paragraf 1666 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) können die Gerichte den vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge anordnen. Ein Grund für eine Sorgerechtsentziehung kann etwa die Vernachlässigung eines Kindes oder Jugendlichen durch seine Eltern sein. Bei einem teilweisen Entzug der elterlichen Sorge wird zum Beispiel das Aufenthaltsbestimmungsrecht oder die Vermögenssorge entzogen.

Im Jahr 2008 bearbeiteten den Angaben zufolge die Jugendämter in NRW außerdem 17.084 Sorgeerklärungen; das waren 11,1 Prozent mehr als 2007 (15.380). Die Sorgeerklärung (häufiger auch als Sorgerechtserklärung bezeichnet) ist eine spezielle Willenserklärung nicht miteinander verheirateter Eltern eines Kindes, die elterliche Sorge gemeinsam ausüben zu wollen.