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München: Werbeaussagen gemeinsam mit Kindern hinterfragen

München : Werbeaussagen gemeinsam mit Kindern hinterfragen

Kinder geben nicht nur ihr Taschengeld gerne aus, sondern beeinflussen auch ihre Eltern bei der Wahl von Shampoo, Joghurt oder Stereoanlage.

Die Werbebranche hat die kaufkräftige Zielgruppe Kind daher schon längst für sich entdeckt. „Kinder mögen Werbung sehr gern, denn die Clips sind meistens kurz, spannend und bunt”, sagt Verena Weigand, Vorstandsvorsitzende des Vereins Programmberatung für Eltern in München.

Erst ab einem Alter zwischen sechs und acht Jahren könnten die Kleinen überhaupt erkennen, ob etwas Werbung ist oder nicht. „Man sollte Werbung nicht verteufeln”, sagt Weigand. Man könne Kindern durchaus erklären, dass da jemand seine Produkte verkaufen möchte und natürlich alles versucht, um Erfolg zu haben. Wichtig sei aber auch, Kinder auf irreführende Aussagen in der Werbung aufmerksam zu machen - beispielsweise bei Abofallen von Klingeltonanbietern.

Weigand empfiehlt, mit Kindern ab und zu gezielt einen Werbespot anzuschauen und dann darüber zu diskutieren. „Man kann ansprechen, welches Lebensgefühl hier vermarktet wird, um was es in dem Clip eigentlich geht, welche Tricks verwendet werden, um das Produkt gut darzustellen und ob das Kind die Aussagen der Werbung glaubt”, schlägt die Medienpädagogin vor.

Dadurch schaffe man Distanz und rege zum Nachdenken an. Mit älteren Kindern könne man auch andere Werbemechanismen aufspüren: „Man kann beispielsweise ein paar Tage lang gemeinsam notieren, welche Produkte im Rahmen welcher Sendung beworben werden - so lernen die Kinder etwas über die Zielgruppen”, sagt Weigand.

Gut sei auch, die Wünsche zu hinterfragen, die durch Werbung ausgelöst werden. „Wenn ein Kind beispielsweise eine bestimmte Seife kaufen möchte, kann man gemeinsam mit ihm Preise und Inhaltsstoffe mit denen anderer Seifen vergleichen und darüber sprechen, wo der Unterschied tatsächlich liegt”, sagt Weigand.