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Wetter/Ruhr: Weniger ist mehr: Mit Babyfotos im Netz lieber geizen

Wetter/Ruhr : Weniger ist mehr: Mit Babyfotos im Netz lieber geizen

Das Kind, wie es selig schläft. Wie es mit neuer Mütze aussieht. Und wie es zum ersten Mal in die Kamera grinst. Ihr Nachwuchs ist für viele Eltern das liebste Fotomotiv, das sie ohne viel Zurückhaltung in sozialen Netzwerken hochladen. „Eltern müssen sich bewusst machen: Sie handeln in diesem Moment nicht in ihrem eigenen Interesse, sondern in dem ihres Kindes”, sagt Rechtsanwalt Tobias Schäfer.

Bevor sie die Fotos für die Öffentlichkeit sichtbar machen, sollten Erwachsene einkalkulieren: Die Bilder werden immer wieder auffindbar sein - etwa wenn sie aus dem Netzwerk heraus in eine Suchmaschine wandern.

Die meisten Eltern würden die Schnappschüsse ihrer Kinder zwar nur einem ausgewählten Kreis an Freunden und Bekannten zur Verfügung stellen. „Aber auch der persönliche Freundeskreis ändert sich immer wieder”, warnt Schäfer. Falls es irgendwann Ärger mit den Bildern gebe - beispielsweise wenn das Kind Jahre später damit gehänselt wird - spiele es keine Rolle, ob sie ursprünglich in einem geschützten Kreis gepostet wurden oder nicht.

Mit dem Löschen der Kinderbilder aus dem Netzwerk allein sei es nicht getan: „Da kann sich vorher schon jemand einen Screenshot angelegt haben.” Für etwas sicherer hält Schäfer es, die Bilder bei Webdiensten für Fotos hochzuladen.

Die meisten Eltern machten sich vorab wenig Gedanken darüber, was mit knuffigen Kinderbildern später einmal passiere. „Sie brüsten sich damit.” Die Zustimmung und Kommentare von Freunden und Verwandten wirken dabei als positive Rückkopplung: „Deshalb posten die Eltern immer wieder”, erklärt Schäfer.

(dpa)