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Weihnachten - ein Fest der Kinder

Tradition und Geschichte : Weihnachten - ein Fest der Kinder

Das Weihnachtsfest mag in der christlichen Liturgie hinter Ostern angesiedelt sein. Doch praktisch steht es für die meisten Menschen an erster Stelle. Für Kinder ist Weihnachten oft die schönste Zeit im Jahr und sie zählen teilweise schon Monate vorher die Tage bis zum 24. Dezember ab.

Erst mit der Pubertät verblasst der Weihnachtszauber. Aber bis dahin tun Kinder alles, um ihre Begeisterung für Weihnachten auf die Erwachsenen zu übertragen.

Dass Weihnachten hauptsächlich ein Fest für Kinder ist, ist dabei durchaus beabsichtigt. Gefeiert wird nämlich die Menschwerdung Gottes durch das Gottesgeschenk in Form der Geburt Jesu, die den Beginn der modernen Zeitrechnung markiert. Durch das Jesuskind erscheint Gott auf der Erde in menschlicher Gestalt.

Traditionen bewahren

Wenn bald wieder Weihnachten vor der Tür steht und zahlreiche Geschenke für Kinder und Erwachsene unter dem Weihnachtsbaum Platz finden, dann hilft ein Blick zurück zu den Traditionen des Christentums dabei, sich am Heiligen Abend - neben neuen Spielekonsolen, Smartphones und luxuriösen Submariner Modellen in bester James-Bond-Manier - dieser besonderen Situation zu vergegenwärtigen.

Heidnische Ursprünge

Es ist bekannt, dass die Christen viele heidnische Bräuche übernommen haben, um das Christentum ideell in Europa zu verankern. Im Römischen Reich, als dessen Nachfolger sich das Heilige Römische Reich deutscher Nationen (HRRDN) verstand, wurden rund um die Zeit der Wintersonnenwende die Saturnalien so ausgelassen zelebriert, dass sie für viele Römer die schönsten Tage im Jahr gewesen waren.

Der Zeitpunkt im Winter ist außerdem kein Zufall. Hier vertreten Soziologen die Ansicht, dass mit ausgelassenen oder auch besinnlichen Festtagen der Trübsinn in der kalten und dunklen Jahreszeit ein freudvolles oder besinnliches Fest entgegengesetzt werden soll, das die Gemeinschaft stärkt und die Menschen einer Kultur zusammenführt.

Im Mittelalter wurde Weihnachten gefastet

Was das Weihnachtsfest angeht, so haben sich die Festtage im Laufe der Zeit verschoben und es existieren noch heute Unterschiede in den Gepflogenheiten christlich geprägter Länder. Der Stern von Bethlehem kündete nach christlicher Lesart von der Geburt Jesu, was die Heiligen Drei Könige dazu veranlasste, den Stall von Bethlehem aufzusuchen und dem Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe zu überreichen.

Dennoch wurden für eine lange Zeitspanne nur am Nikolaustag Geschenke im Andenken an den Heiligen Nikolaus verteilt, der im 4. Jahrhundert im heute türkischen Myra wirkte und drei armen Schwestern mit dem Geschenk dreier vergoldeter Äpfel von ihrem Elend erlöst haben soll. Weihnachten war hingegen eher eine Zeit des Darbens und es wurde im Gedenken an Jesus gefastet.

Nikolaus und der Weihnachtsmann

Die Reformation lehnte Mittler wie den Nikolaus allerdings ab, weil diese nicht durch die Bibel begründet seien. Geehrt werden sollte Jesus direkt, sodass der Heilige Abend (Christmas) in seiner Bedeutung zunahm und zum Tag der Geschenke wurde. Es sollte ungefähr 300 Jahre dauern, bis auch die Katholiken nachzogen und diesen ursprünglich protestantischen Brauch übernahmen. Dadurch geriet im Laufe der Zeit einiges durcheinander und der Nikolaus und der Weihnachtsmann näherten sich so weit an, dass eine Unterscheidung zwischen diesen beiden den meisten Menschen heute schwerfällt. Die Niederländer nennen den Weihnachtsmann sogar direkt Sinterklaas und in den USA wurde er zum Santa Claus, den heiligen Klaus.

Vielleicht ist die heute mit dem Weihnachtsfest verbundene zentrale Bedeutung des Schenkens auch überwiegend profaner Natur. Zum Geburtstag erhält man Geschenke und Weihnachten beschenkt man sich gegenseitig, weil Heiligabend als Geburtstag von Jesus gefeiert wird.