Köln/Fürth: Weg mit dem peinlichen Poster: Tipps für die ersten Treffen zu zweit

Köln/Fürth: Weg mit dem peinlichen Poster: Tipps für die ersten Treffen zu zweit

Es hat geklappt! Endlich ist sie mit dem süßen Jungen aus der Nachbarklasse zusammen! Das ist zwar aufregend, aber irgendwie ist sie auch unsicher: Was, wenn er zum ersten Mal zu ihr nach Hause kommt?

Muss sie ihn wirklich den Eltern vorstellen? Und wie kann man sich bei den Freunden verhalten, damit die von dem Geknutsche nicht völlig genervt sind?

„Wenn man frisch verliebt ist, ist man häufig etwas unsicher, weil man ja nicht weiß, was der andere genau mag und was ihn oder sie stört”, sagt die Diplom-Psychologin Elisabeth Raffauf aus Köln. Daher ist es gut zu wissen: „Bei den meisten Paaren gibt es - nicht nur zu Beginn der Partnerschaft - Pleiten, Pech und Pannen.” Das ist aber nicht schlimm. „Es läuft selten alles glatt, das ist normal.”

Es kann helfen, sich auch mal in den Partner hineinzuversetzen. „Vielleicht ist er ja genauso unsicher wie ich, vielleicht hat er genauso viel Angst, etwas falsch zu machen”, sagt Raffauf. „Deswegen kann ich nur raten: Achtet mal drauf, wie es dem anderen geht - wahrscheinlich seid ihr mit eurer Unsicherheit gar nicht allein!”

Was auf Dauer nicht funktioniert, ist, sich komplett zu verstellen, nur um dem anderen zu gefallen, warnt Ulrich Gerth von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung in Fürth. „Falsch ist, wenn man sich selber unwohl fühlt, weil man Sachen macht, die man eigentlich nicht will oder die nicht zu einem passen.” Gerade am Anfang einer Beziehung hielten sich viele Menschen etwas zurück. „Irgendwann merkt man, dass man eine falsche Rolle spielt.”

DEN ELTERN VORSTELLEN: Vor dem ersten Treffen mit den Eltern sind alle Beteiligten nervös. Schließlich will niemand einen blöden Eindruck hinterlassen. Besonders komisch ist es aber für den neuen Partner, immerhin ist er in einer völlig neuen Umgebung. „Es ist daher gut, keine Witze auf seine Kosten zu machen, sondern sich auf seine Seite zu stellen und ihm das Gefühl zu geben Ich bin bei dir”, rät Raffauf. Und den Eltern kann man vorher sagen: „Mein neuer Freund kommt nachher. Ihr könnt ihn gerne kennenlernen - aber fragt ihn nicht aus und lasst uns danach auf mein Zimmer gehen.”

DAS ZIMMER: Beim einen fliegen die schmutzigen Klamotten durchs Zimmer, beim anderen hängen die Boyband-Poster überm Bett: „Die Einrichtung des Zimmers verrät eine Menge über mich, deswegen kann es gut sein, sich vor dem ersten Besuch zu fragen Wie möchte ich mich präsentieren?”, rät Raffauf.

Während der eine also findet „Die Freundin muss mit meinem Chaos klarkommen”, nimmt der andere vielleicht lieber die Christina-Aguilera-Plakate ab. „Das muss man natürlich überhaupt nicht. Wenn man sie mag, kann man ruhig dazu stehen, aber so ein kleiner Trick ist auch nicht verboten”, sagt Raffauf. „Wenn man sich besser kennt und merkt, dass den anderen die Poster nicht stören, kann man sie wieder aufhängen.”

UMGANG MIT FREUNDEN: Auch am Beginn einer Beziehung schottet man sich besser nicht von seinen bisherigen Freunden ab, findet Gerth. „Das ist schlecht für die Beziehung und die Freundschaften.” Denn wer immer nur zusammengluckt, gehe sich eher auf die Nerven - und Freunde würden so weggedrängt. „Es ist besser, weiterhin Kontakt zu den Freunden zu halten und sie auch alleine zu sehen”, sagt Gerth. „Eine Beziehung heißt ja nicht, dass ab sofort alles nur noch zu zweit gemacht werden muss.”

HEIKLE THEMEN ANSPRECHEN: Gerade bei einer neuen Beziehung möchten viele Leute nicht so gerne über heikle Themen sprechen. Zum Beispiel über Sex. Oder, dass einen was beim anderen nervt. „Wer jedoch zu lange wartet, solche Themen anzusprechen, läuft Gefahr, dass sich das Thema immer weiter aufbauscht und es einen irgendwann richtig stört”, sagt Maria El-Safti-Jütte vom Berliner Kinder- und Jugendtelefon. Über Sex zu sprechen, ist zwar nicht so ganz einfach: „Man sollte sich aber trauen, darüber zu reden.” Hilfreich kann dabei sein, gemeinsam die „Bravo” zu lesen und so über bestimmte Themen ins Gespräch zu kommen.

Ähnliches gilt für Dinge, die einen beim anderen nerven. „Wenn der Partner zum Beispiel jeden Abend mit einem verbringen möchte und man sich dadurch eingeengt fühlt, sollte man das ebenfalls ansprechen”, rät El-Safti-Jütte. Es sei falsch zu denken: „Ach, das geht schon irgendwie.” Wenn einen wirklich etwas nervt, gehe das Gefühl meist nicht von alleine weg. „Deswegen ist es besser, es vorsichtig anzusprechen - vielleicht ist es ja auch ein Missverständnis, und der Partner dachte, man selbst erwarte so viel Kontakt.”

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