1. Leben
  2. Familie

Was kostet eine Hochzeit? Ein Überblick

Ein Überblick : Was kostet eine Hochzeit?

Es soll der schönste Tage im Leben werden, doch für manche wird aus der Hochzeit schnell eine Kostenfalle. Zu hohe Ansprüche, falsche Einschätzungen oder das Vergessen wichtiger Aspekte können Ehepaare in finanzielle Bedrängnis führen.

Worauf also ist bei der Hochzeitsplanung zu achten? Und wo lässt sich leicht etwas sparen, ohne wirkliche Abstriche machen zu müssen?

Was alles zu einer echten Traumhochzeit gehört, kann wohl jeder aufzählen. Ob es all diese Annehmlichkeiten allerdings auch wirklich braucht, ist eine andere Frage. Schließlich gibt es nicht wenige Paare, die es eher schlichter mögen. Außerdem müssen die künftigen Eheleute genug Geld für eine film- und fernsehreife Hochzeit aufbringen können. Die Zeiten, in denen sich etwa die Eltern der Braut großzügig an den Kosten beteiligt haben, sind in den meisten Familien jedenfalls vorbei. So stellen sich schon kurz nach dem Heiratsantrag die organisatorischen Fragen: Wann, wo und wie sollen wir heiraten und was kostet das eigentlich alles?

Hierzulande unterscheidet sich der durchschnittliche finanzielle Aufwand für Hochzeiten offenbar sehr. Wie eine Studie „So heiratet Deutschland“ zeigt, investieren die meisten befragten Paare (jeweils 19 Prozent) entweder bescheidene 1.000 bis 4.000 Euro oder großzügigere 10.000 bis 15.000 Euro in ihre Feierlichkeiten. Auch zwischen diesen beiden Spannen finden sich viele Paare wieder. Nur 6 Prozent von ihnen geben mehr als 20.000 Euro aus und 8 Prozent schaffen es sogar mit unter 1.000 Euro. Es gibt also keine Mindest- oder Höchstgrenze, die allgemeingültig für jede Hochzeit einzuplanen wäre. Heiraten ist etwas sehr Individuelles und sollte nicht nur den Vorstellungen, sondern vor allem dem Geldbeutel des jeweiligen Paares entsprechen.

Zunächst Budgetfrage klären

In diesem Sinne sollte die erste Frage nicht unbedingt lauten, was auf dem Fest alles passieren soll, sondern wie hoch das zur Verfügung stehende Budget ist. Der finanzielle Rahmen gibt die Inhalte und die Größe der Hochzeitsfeier vor. In erster Linie finanzieren Paare ihre Hochzeit heute aus eigenen Mitteln.

Sollten diese so gering sein, dass sich eine vernünftige Hochzeit? auch auf Standards beschränkt? nicht stemmen lässt, kann als Notlösung ein Kredit aushelfen. Dieser sollte aber, nach Ansicht der meisten Finanzratgeber, wortwörtlich nur eine Aushilfe bleiben, das bedeutet: einen Zuschuss zu den Gesamtkosten bringen, aber selbige nicht hauptsächlich tragen. Andernfalls werden die Tilgungsraten für ein junges Paar in der Regel zu hoch, was den Start in die Ehe durchaus belasten kann.

Hier gilt also, sich nicht von diversen Kreditanbietern verleiten zu lassen, die Komplettpakete zur Hochzeitsfinanzierung anbieten, um damit selber mehr zu verdienen.

Es hängt folglich alles vom Eigenbudget ab. Auch etwaige Geldgeschenke der Festtagsgäste sollten nicht von vorneherein eingerechnet werden. Sie sind höchstens im Nachgang ein nettes Zubrot. Ist das eigene Budget des Paares zu klein, hilft alles nichts: Die Hochzeit muss dann wohl oder übel erst einmal verschoben und dafür gespart werden. Sobald das Budget auf solider Basis steht, sollte das Paar einen gewissenhaften Kostenplan aufstellen. Darin wird festgehalten, was es für die Feier braucht und wie hoch die Beträge dafür ausfüllen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann eine professionelle Eventplanung in Anspruch nehmen. Auf jeden Fall hilft es, sich zunächst der wichtigsten Kostenpunkte bewusst zu werden.

Essen und Trinken als Kostentreiber

Der zentrale Dreh- und Angelpunkt ist in der Regel die Gästezahl. Je mehr Menschen sich das künftige Ehepaar einlädt, desto teurer wird die Hochzeit, klar. Das liegt aber nicht mal vorrangig daran, dass die Location dann größer ausfallen muss, sondern an den Kosten für Essen und Trinken pro Kopf. Buffet, Kaffee und Kuchen, Sektempfang, Getränke und Snacks, Gedecke und natürlich die Hochzeitstorte gehen ordentlich ins Geld.

Catering-Dienstleister bieten hier oft ganze Pakete an, bei denen mit Mengenrabatt kalkuliert wird. Laut besagter Studie fallen bei den meisten deutschen Hochzeiten bis zu 2.000 Euro an Verköstigungsausgaben an. Pro Person können Paare heute im Durchschnitt mit um die 100 Euro rechnen.

Je günstiger die Hochzeit ausfallen soll, umso weniger Gäste dürfen eingeladen werden. Dabei kann es manchmal schon Wunder wirken, die Gäste nur besser auf den Tag aufzuteilen: Die Trauungszeremonie und das anschließende Festessen können beispielsweise im kleinen Kreis gefeiert werden und erst danach stoßen für eine abendliche Abschlussparty noch andere Gäste hinzu. Das macht das Ja-Wort intimer und das Finale des Festes lockerer.

Überdies schadet es nicht, die Gäste bei Bedarf Teile des Essens selbst mitbringen zu lassen. Das betrifft vor allem Beilagen zum Hauptgericht, Snacks oder Süßes. Wenn Oma etwa für ihren Schoko-Nuss-Kuchen berühmt ist, kann sie diesen gerne zur Hochzeit backen.

Die Umgebung: Günstiger als gedacht

Viele Paare verbinden gerade die Location mit hohen Kosten und scheuen davor zurück, ein größeres Etablissement zu buchen. Und tatsächlich scheinen die Kosten dafür laut der Hochzeitsstudie durchschnittlich in etwa so hoch wie die Verpflegungskosten zu sein. Doch das muss nicht sein. Mit etwas Kreativität und Verhandlungsgeschick kann die Location preiswerter ausfallen als befürchtet.

Wer nicht gleich in einem Schloss oder Festsaal eines Hotels feiern möchte und es natürlicher und ländlicher mag, kann zum Beispiel auf eine lauschige Gartenparty oder urige Scheunenfeier ausweichen. Gerade letztere liegt sehr im Trend und ist teilweise äußerst günstig zu haben. Manche Scheune für knapp 100 Personen ist schon für 500 Euro pro Tag oder zu einem noch preiswerteren Stundensatz anmietbar.

Abseits von solch außergewöhnlichen Locations tut es selbstverständlich auch ein normales Restaurant. Das hat den Vorteil, dass automatisch die Verköstigungsfrage mitgeregelt ist und sich meistens besondere Paketpreise für Raumnutzung und Menü mit den Besitzern vereinbaren lassen. Sparen helfen darüber hinaus Partyräume von Vereinsheimen oder Räumlichkeiten, die manche Catering-Unternehmen selbst zusammen mit ihrer Hauptdienstleistung anbieten.

Um vergünstigte Preise auszuhandeln und eine sichere Auswahl der Location treffen zu können, empfiehlt sich in jedem Fall ein persönlicher Besichtigungstermin vor Ort. Zumeist haben die Anbieter von Hochzeitsräumlichkeiten auch die passende Dekoration parat, sodass diese im Paket mitgebucht werden kann und keine Extrakosten dafür anfallen.

Hand anlegen bei Kleidern und Ringen

Die Kleiderwahl gehört für Paare meistens zu den annehmlicheren Hochzeitsvorbereitungen, schließlich will jeder beim Ja-Wort gut aussehen. Ins Geld gehen allerdings auch Brautkleid und Anzug des Bräutigams. Vierstellige Beträge von bis zu 2.000 Euro für das Kleid und 1.000 Euro für den Anzug sind keine Seltenheit, jedenfalls wenn die Stücke neu sein sollen.

Wer hier sparen will, schaut sich im Second Hand Bereich um. Bei der Braut tut es manchmal auch das Kleid der Mutter, Schwester oder Freundin, wenn es von einer Schneiderei modernisiert wird. Dann bleiben die Kosten in der Regel im überschaubaren dreistelligen Bereich.

Bei den Eheringen kommt dagegen niemand um neue, angepasste Exemplare herum. Die Preise sind aber äußerst variabel, je nach Material und Gestaltung. Wer es schlicht mag und nicht auf klassisches Gold besteht, kommt schon mit rund 500 Euro weg. Wer auf hochkarätiges Gold nicht verzichten möchte und zugleich Verzierungen, Gravuren oder Edelsteinzusätze ins Auge fasst, bezahlt durchaus auch mal 2.000 Euro.

Eine kreative, persönliche und zugleich günstige Lösung ist es übrigens, sich seine Ringe selbst zu schmieden. Dazu bieten manche Goldschmiede spezielle Workshops für künftige Eheleute an, die im Durchschnitt um die 500 Euro kosten.

Unterhaltung, Fotografie

Weitere nicht zu unterschätzende Kostenpunkte sind jene für die mediale Begleitung einer Hochzeit. Dazu zählt die professionelle Fotobegleitung, um das Fest des Lebens zu verewigen. Die Kosten, die Fotografinnen und Fotografen ansetzen, hängen oft vom Stundenumfang ab, für den sie gebucht werden. In einem solchen Fall können Paare sich natürlich überlegen, ob sie wirklich alle Programmpunkte des Tages bildlich eingefangen haben wollen oder ob manche davon verzichtbar sind.

Andere Fotografen rechnen Hochzeitseinsätze demgegenüber nach Pauschalen ab. Hierbei ist zu beachten, welche Leistungen inklusive sind: Drohneneinsätze, zusätzliche Videos, Digital- und Printversionen der Bilder oder die kreative Gestaltung von Fotoprodukten? Durchschnittliche Preise für Hochzeitsfotografen liegen bei gut 1.000 Euro.

Für die Party ist darüber hinaus natürlich musikalische Unterhaltung gefragt. Paare müssen sich entscheiden, ob ihnen ein DJ reicht oder sie lieber eine Band vor Ort haben wollen. Der DJ ist im Zweifel nicht teurer als der Fotograf und bringt vielfach sein eigenes Equipment wie Lautsprecher und Beleuchtungen mit. Für die Band müssen Braut und Bräutigam hingegen deutlich tiefer in die Tasche greifen. Preise von bis zu 5.000 Euro für den Hochzeitsabend sind bei einer professionellen Band üblich.

Doch vielleicht spielen auch Menschen aus dem Freundeskreis des Paares in einem Orchester und sorgen zu moderateren Preisen für die Musik auf der Trauungsparty? Vitamin B kann auf jeden Fall nie schaden, auch bei der Heirat nicht.