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Vom Body über Strampler bis zum Kinderwagen: So geht es nachhaltig

Zerowaste auch für die Kleinsten : Vom Body über den Strampler bis zum Kinderwagen: So geht’s nachhaltig

Spätestens dann, wenn man Eltern wird, gewinnen die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit an Bedeutung. Immerhin wird einem dann bewusst, dass es tatsächlich jemanden gibt, dem man diesen Planeten hinterlassen wird! Nun ist es auf der anderen Seite so, dass man für einen neuen Erdenbürger besonders viele Dinge braucht.

Der Konsum ist jedoch einer der Gründe für die Umweltverschmutzung, welche eine enorme Belastung für die Welt darstellt. Doch die Lösung ist einfach: nachhaltiger Konsum, bei dem umwelttechnische Aspekte einbezogen werden. Wir haben ein paar Ideen gesammelt.

Große Anschaffungen wie Kinderwagen, Möbel und Wiege: am besten gebraucht und/oder aus Massivhholz

So klein Babys auch sein mögen, sie brauchen einiges an Mobiliar. Babybett oder Stubenwagen, Kinderwagen und Möbelstücke sind die wichtigsten Beispiele. So geht es, ohne die Umwelt unnötig zu belasten:

  • Einen Kinderwagen kann man gebraucht kaufen. Das schont nicht nur das Budget, sondern auch die Umwelt, denn natürlich verbraucht die Herstellung eines Kinderwagens viele Ressourcen. Entweder fragt man im Freundeskreis nach einem gebrauchten Modell, oder man sucht in den Kleinanzeigen bzw. in Second Hand Babyläden. Ein weiterer Vorteil: Eventuelle belastenden Stoffe sind bereist „ausgedünstet“.
  • Alternativ kann man gezielt zu einem Wagen aus nachhaltiger Herstellung greifen. Diese sind entweder aus recycelten Materialien gefertigt oder extra für eine lange Lebensdauer konzipiert. Auch die Herstellung in Deutschland bzw. Europa ist nachhaltiger, denn so werden lange Transportwege gespart. Nach der Verwendung kann der Kinderwagen dann weitergegeben werden.
  • Eine Babywiege braucht man nur wenige Wochen, sodass es sich besonders lohnt, sie auszuleihen. In jeder Stadt gibt es ein Babygeschäft, das diesen Service anbietet.
  • Möbel kauft man am besten gebraucht und/oder aus Massivholz. Schränke, Wickeltische und Betten aus (unbehandeltem) Holz haben viele Vorteile, vor allem, wenn sie nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Sie sorgen für ein gutes Raumklima, indem sie den Feuchtigkeitsgehalt der Luft ausgleichen. Sie entlassen keine Schadstoffe in die Raumluft, sind besonders langlebig, CO2 neutral und aus nachwachsenden Rohstoffen.

Zero Waste und Upcycling

Foto: Pixabay

Dinge nicht wegwerfen, sondern ihnen durch gute Ideen ein neues Leben verleihen, das ist der Grundgedanke von Upcycling und Zero Waste. Das bedeutet, sich bei jedem Teil, das man kauft und später einmal wegwerfen muss, zu fragen, ob man es wirklich braucht.

Stoffwindeln?

Das beginnt bei Babys ganz bestimmt bei den Windeln, denn sie sind das erste „Kleidungsstück“, das der kleine Mensch trägt. Manchmal gibt es in Windeln allerdings auch Rückstände, die darin nichts zu suchen haben. Eine Alternative sind Ökowindeln oder solche aus Stoff. Wie früher werden sie nach dem Gebrauch gewaschen, was allerdings zeitaufwendig ist und ebenfalls viele Ressourcen (Wasser, Strom) verbraucht. Es einmal zu versuchen, kann aber bestimmt nicht schaden - vielleicht ist man von der Handhabung auch schnell überzeugt.

Vorhandene Dinge umnähen?

Aus Handtüchern lassen sich kleine Waschlappen für das Baby nähen, so spart man sich die unzähligen Feuchttücher, die einen großen Müllberg hinterlassen. (Warmes Wasser genügt für die Reinigung völlig.) Aus einem Hemd vom Papa wird ein niedliches Kleid für das Töchterlein. Solche Aktionen sind für Elternteile mit Näherfahrung kein Problem, doch man kann sich auch an einen Experten wenden, der die Nähnadel auf Auftrag glühen lässt: Die Stramplermacher nähen auf Wunsch einen Zero Waste Strampler aus einem vorhandenen Kleidungsstück. Und wer weiß, vielleicht ist das die Inspiration, sich wieder eine Nähmaschine zuzulegen?

Stillen statt Fläschchen

Das Stillen hat sehr viele Vorteile, denn es spart Müll (Verpackungen und Flaschen), schont die Ressourcen (Strom und Wasserverbrauch) und ist kostenlos. Wenn das Baby nachts Hunger hat, gibt es nichts Einfacheres, als es an die Brust zu legen. Kein Grund, im Halbschlaf in die Küche zu tapsen, um dort eine Flasche aufzuwärmen. Doch nicht alle Mamas können oder wollen stillen, und das ist natürlich in Ordnung. Versuchen kann man es jedoch, denn auch für die Gesundheit des Kindes (und der Mama, Stichwort Rückbildung) ist es sehr förderlich.

Kochen statt Gläschen

Die Hersteller von Babybrei tun alles, damit Eltern rechtzeitig wissen, dass es sie gibt und dass sie ab dem vierten oder sechsten Lebensmonat ihrem Kind Gläschen füttern sollen. Die „Geschenke" zur Geburt oder einige Zeit später sind nichts weiter als sehr freundliche Werbemaßnahmen. Doch es gibt keinen Grund, Gläschen zu kaufen und damit Ressourcen zu verbrauchen. Eine Kartoffel und ein Möhrchen sind in wenigen Minuten gekocht und zu einem Brei gepresst und verrührt.

Baumwolle, ja! Aber bitte bio

Baumwolle ist einer der beliebtesten Rohstoffe für Babykleidung. Im Vergleich zu Polyester hat sie viele Vorteile: Es ist ein natürlicher Stoff, der langlebig und pflegeleicht ist. Allerdings ist konventionell angebaute Baumwolle sehr problematisch. Es handelt sich um eine empfindliche Pflanze, be deren Anbau nicht nur sehr viel Wasser, sondern auch Pestizide zum Einsatz kommen, um Pflanzenschädlinge abzuwehren. Sie wird häufig in weit entfernten Teilen der Welt angebaut und mit bedenklichen Mitteln gefärbt. Auch die Weiterverarbeitung ist oft zweifelhaft.

Greift man als Eltern zu Kleidung aus Biobaumwolle (dabei ist GOTS aktuell der höchste Standard), kann man vielen der Probleme aus dem Weg gehen und sowohl die Haut des Babys als auch die Umwelt schonen.

Das Schönste an einem nachhaltigen Leben? Es tut allen gut.

(vo)