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Berlin: Viel Zeit vor dem PC zeigt noch keine Spielsucht an

Berlin : Viel Zeit vor dem PC zeigt noch keine Spielsucht an

Verbringt ein Jugendlicher viel Zeit mit Computerspielen, muss das noch kein Alarmsignal sein. „Die Spielzeit an sich ist kein zuverlässiger Indikator”, sagte Florian Rehbein vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen am Mittwoch in Berlin. Andere Anzeichen für ein Suchtverhalten fallen stärker ins Gewicht: Etwa, wenn der spielversessene Nachwuchs Aktivitäten zurückfährt, die ihm sonst Spaß gemacht haben.

Eltern können sich zum Beispiel fragen: Zieht sich er aus seinem Freundeskreis zurück? Versucht er dadurch, negative Gefühle zu verdrängen? Wenn die Antwort auf solche Fragen Ja lautet, sollten sie zunächst mit ihrem Kind auf Augenhöhe reden, empfiehlt Rehbein.

Jugendliche verbringen nach seiner Einschätzung „naturgemäß” viel Zeit am PC. „Die allermeisten haben keine psychischen Probleme”, betonte der Wissenschaftler. Ein gesunder Jugendlicher werde zum Beispiel vor einer Mathearbeit aus eigenem Antrieb weniger spielen und sich auf die Prüfung vorbereiten. Ein Suchtgefährdeter spiele noch extrem viel mehr, um den Gedanken ans schlechte Abschneiden bei der Arbeit zu verdrängen.

(dpa)