1. Leben
  2. Familie

Verantwortungsvoller Welpenkauf? die Checkliste

Checkliste : Verantwortungsvoller Welpenkauf

Tapsige Schritte, riesengroße Augen, ein flauschiges Fell, aufgeregtes Quieken - keine Frage, Welpen kann kaum jemand widerstehen. In den letzten Monaten ist das Interesse am Welpenkauf enorm gestiegen.

Doch nicht für jeden neuen Hundebesitzer endete diese Erfahrung positiv. Noch immer gibt es einige schwarze Schafe am Züchtermarkt. Folgende Checkliste hilft, den Überblick beim verantwortungsvollen Welpenkauf zu behalten.

Züchter und Rasse - keine einfache Wahl

Eine Entscheidung für einen Hund will gut überlegt sein. Schließlich übernehmen Hundebesitzer bestenfalls mehr als 15 Jahre Verantwortung für das Tier. Vor dem Kauf und der Züchterauswahl steht vor allem der Blick auf die geeignete Hunderasse. Welches Tier passt zu mir und meinen Lebensumständen? Hunde benötigen regelmäßigen Auslauf, die einen Rassen mehr, die anderen weniger.

Besonders agile Hunde, wie beispielsweise Husky oder Australien Shepard, wollen bewegt werden. Fehlt ihnen der Auslauf, werden sie oft missmutig und suchen sich alternative Beschäftigungen - knabbern womöglich etwas im Haushalt an. Deshalb bei der Wahl der Hunderasse lieber zweimal überlegen und erst dann auf die Suche nach einem Züchter gehen.

Ein Blick in das Züchterverzeichnis werfen

 Vor dem Kauf mit den einzelnen Hunderassen auseinandersetzen. Nicht jede ist beispielsweise für die Haltung zu Hause ohne Garten geeignet.
Vor dem Kauf mit den einzelnen Hunderassen auseinandersetzen. Nicht jede ist beispielsweise für die Haltung zu Hause ohne Garten geeignet. Foto: blende12 / Pixabay.com (CC0 Creative Commons)

Die Erfahrungen zeigen, dass der illegale Welpenhandel in den letzten Monaten deutlich zunahm. Schätzungen der Tierschutzbeauftragten sprechen von ca. 50.000 Welpen monatlich im illegalen EU-Handel. Für Tiere bedeuten diese Lebensumstände eine enorme Qual. Häufig sind sie durch die Strapazen und fehlende Versorgung krank; einige überleben den Transport nicht.

Damit die Freude über das neue Familienmitglied auf vier Pfoten nicht je endet, sind Tiere aus liebevollen Züchterhänden gefragt. Wer eine Hundezucht finden möchte, kann sich beispielsweise an die einzelnen Rasseverbände wenden. Sie erteilen sogar online Auskunft und veröffentlichen Züchterverzeichnisse für jeden einsehbar.

Checkliste, für eine verantwortungsvolle Kaufentscheidung

Auch die illegalen Züchter gehen immer cleverer vor. Manchmal ist es gar nicht so leicht, unseriöses Handeln zu erkennen. Wer keinen illegalen Welpenhandel unterstützen möchte, achtet auf diese Punkte:

Übergabe nur beim Züchter vor Ort

Der Besuch der Welpen und die spätere Abholung sollten immer beim Züchter vor Ort stattfinden. Werden unterschiedliche Örtlichkeiten angegeben, ist Vorsicht angesagt. Illegale Züchter/Händler veräußern ihre Welpen häufig auf anderen Grundstücken oder sogar Parkplätzen. Will der Züchter partout keine Adresse herausgeben oder die Besichtigung vorab nicht ermöglichen, unbedingt Abstand von diesem Angebot nehmen. Wer Zweifel hat, ob dieser Züchter wirklich seriös arbeitet, kann seinen Verdachtsfall auch an das zuständige Veterinäramt melden.

Die Mutter zeigen lassen

Der Blick auf die Elterntiere, vor allem auf die Mutter, ist vor der Kaufentscheidung besonders wichtig. Welpen dürfen gemäß Tierschutz-Hundeverordnung erst nach mindestens acht Wochen von ihrer Mutter getrennt werden. Viele illegale Züchter beachten diesen Zeitraum nicht, was sich nachteilig auf die Prägungsphase und Gesundheit der jungen Tiere auswirken kann.

Ist die Mutter vor Ort, sollte sie genauer betrachtet werden. Ist sie einem guten gesundheitlichen Zustand? Welchen Eindruck machen die anderen Hunde? Viele illegale Händler entfernen die Welpen frühzeitig von der Mutter und setzen zur Ansicht eine Hündin derselben Rasse vor. Deshalb gilt es, bei dem Besuch vor Ort auch das Gesäuge der Mutter zu überprüfen.

Ein Züchter und verschiedene Rassen? - Skeptisch sein

Seriöse Züchter haben meist nur eine, maximal zwei verschiedene Hunderassen. Sobald ein Züchter mehrere Welpen unterschiedlicher Rassen anbietet, Vorsicht. Eine renommierte Zucht ist äußerst zeitaufwendig und verantwortungsvoll. Seriöse Züchter haben deshalb gar keine Zeit, um sich um die Zucht verschiedener Rassen mit all ihren individuellen Ansprüchen zu kümmern.

Die Fachkenntnis der Züchter kann ebenfalls auf die Probe gestellt werden. Dafür am besten mit einigen Fragen zum Rassestandard oder nach dem Zuchtverein konfrontieren. Seriöse Anbieter können darauf in Sekundenschnelle antworten; unseriöse Anbieter zögern oder lügen häufig.

Was will der Züchter über den neuen Besitzer wissen?

Vorsicht beim Welpenkauf, wenn der neue Züchter gar keine Informationen über die künftige Familie des Vierbeiners einholen möchte. Seriöse Züchter sind daran interessiert, möglichst viel über die Lebensumstände zu erfahren, und entscheiden dann, ob sie das Tier in diese guten Hände abgeben.

Einem verantwortungsvollen Züchter ist es auch wichtig, dass die künftigen Welpenbesitzer engen Kontakt halten. Sie fokussieren sogar mehrmalige Besuche bei den Hunden, bevor der vierbeinige Nachwuchs in das neue Heim zieht. Sobald ein "Züchter" kein Interesse am familiären Hintergrund hat, unbedingt skeptisch bleiben.

Kaufvertrag abschließen

Der Kauf eines Hundes sollte immer auf rechtlich einwandfreien Füßen stehen. Illegale Händler bzw. Züchter werden versuchen, das Schriftstück zu vermeiden. Stattdessen bieten sie häufig Barzahlungen an, bei denen sie sogar preislich entgegenkommen. Wird ein Kaufvertrag abgeschlossen, unbedingt die personenbezogenen Daten überprüfen. Seriöse Züchter lassen sich gültige Ausweisdokumente der neuen Besitzer zeigen und stellen auch ihre Adressdaten zur Verifizierung zur Verfügung.

Handelt es sich um einen unseriösen Welpenhandel, fehlen diese Angaben gänzlich oder sind häufig gefälscht. Deshalb immer auf dem Kaufvertrag eine verifizierte Personalausweis- bzw. Reisepassnummer vermerken.

Keine Mitleidskäufe

Die kleinen Welpen sitzen herzallerliebst in einer Box und sehen so traurig aus. Keine Frage, der Hundenachwuchs hat echtes Herzensbrecherpotenzial. Unseriöse Anbieter arbeiten oftmals mit besonders emotionalen Tricks. Sie erfinden eine herzzerreißende Geschichte, dass der Hund aufgrund von allergischen Reaktionen in der Familie oder anderen Umständen unbedingt abgegeben werden muss. Auf diese Weise appellieren sie an das schlechte Gewissen der - meist noch unentschlossenen - Käufer.

Ein verantwortungsvoller Welpenkauf ist gut überlegt und braucht Zeit. Deshalb unbedingt vorher Gedanken machen, ob der Hund tatsächlich die benötigte Aufmerksamkeit bekommt. Bleibt aufgrund des Arbeitsumfeldes Zeit, um mit dem Hund täglich aktiv zu sein? Hunde sind zwar gesellig, allerdings kein Objekt, das abgeschoben werden möchte. Stattdessen sind Hunde Rudeltiere und konzentrieren sich auf ihre Besitzer. Schieben die Hundebesitzer das Tier regelmäßig aus Zeitmangel oder Desinteresse ab, kann das die Bindung zwischen Mensch und Tier maßgeblich beeinträchtigen.

Wer (noch) keine idealen Umstände für das neue Hundezuhause anbieten kann, sollte die Welpenentscheidung zunächst vertagen. Um dennoch den Kontakt zu den Vierbeinern nicht missen zu müssen, gibt es tolle Alternativen. Tierheime in der Region freuen sich mit Sicherheit über Unterstützung beim Gassigehen. Wer weiß, vielleicht ist sogar ein Tier dabei, das schon bald als neues Rudelmitglied zu Hause einzieht.