Vatikanstadt: Vatikan: Angst vor Bevölkerungsexplosion ist unbegründet

Vatikanstadt: Vatikan: Angst vor Bevölkerungsexplosion ist unbegründet

Der Vatikan hält Geburtenkontrolle als Mittel der Entwicklungspolitik für verfehlt.

15 Jahre nach der Weltbevölkerungskonferenz von Kairo zeige sich, dass die Angst vor einer Bevölkerungsexplosion unbegründet sei, erklärt Erzbischof Celestino Migliore, der Ständige Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, in einem am Samstag vom Vatikan verbreiteten Statement.

Die größte Gefahr liege nicht im demografischen Wachstum, so Migliore darin, sondern in einem „unverantwortlichen globalen und lokalen Wirtschaftsmanagement”. Die Betonung der Geburtenkontrolle in Gesundheitsprogrammen behindere unter anderem den Kampf gegen Mütter- und Säuglingssterblichkeit, kritisiert der Erzbischof.

Die Forderung nach einem Recht auf Abtreibung widerspreche der Kairoer Konferenz von 1994, verbreiteten moralischen und rechtlichen Grundsätzen sowie den wirklichen Bedürfnissen von Müttern und Kindern.

Migliore verweist in diesem Kontext auf katholische Gesundheitseinrichtungen. Mit mehr als 5000 Kliniken, 18.000 ärztlichen Versorgungszentren und 15.000 Pflegeheimen setze sich die Kirche für eine „wirksamen und moralisch verantwortliche Gesundheitsfürsorge für alle” ein.