Hamburg: Untergewicht bei Jugendlichen hat oft psychische Gründe

Hamburg: Untergewicht bei Jugendlichen hat oft psychische Gründe

Jugendliche in der Pubertät sind manchmal klapperdürr. Vor allem Mädchen versuchen, dem Schlankheitsideal zu genügen. Ob die Grenzen zum Untergewicht dabei unterschritten werden, ist für Eltern meist schwer zu beurteilen.

„Wenn der Verdacht besteht, dass Jugendliche untergewichtig sind, sollte das Gewicht von einem Arzt überprüft werden”, rät der Hamburger Jugendmediziner Karl-Robert Schirmer vom „Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte”. Hinweise auf ein zu geringes Körpergewicht könnten unter anderem sehr dünne Arme und Beine sein, häufige Müdigkeit oder Antriebslosigkeit.

In vielen Fällen verbergen sich hinter dem Untergewicht nach Angaben des Jugendarztes psychische Probleme. „Bei den meisten ist ein gestörtes Selbstwertgefühl der Hintergrund”, berichtet Schirmer. Wenn das Problem früh durch einen Arzt erkannt werde, könne unter Umständen eine chronische Untergewichtigkeit oder eine Magersucht verhindert werden. Zunächst müsse man aber ausschließen, dass körperliche Ursachen wie eine Schilddrüsenüberfunktion vorlägen.

Wenn eine Essstörung für das Untergewicht verantwortlich ist, sollte laut Schirmer eine Psychotherapie erwogen werden. Denn hinter solchen Erkrankungen stecke meist nicht einfach das Streben nach einer besseren Figur, sondern tiefere seelische Not, betont der Kinderarzt.