Mainz: Umfrage: 58 Prozent halten Kinder für schlechter erzogen als früher

Mainz: Umfrage: 58 Prozent halten Kinder für schlechter erzogen als früher

Kinder sind heute schlechter erzogen als noch vor 20 Jahren - das glauben laut einer Umfrage 58 Prozent der Deutschen. Lediglich drei Prozent denken, die Erziehung habe sich verbessert. 27 Prozent sehen keine Veränderung, 12 Prozent sind unentschieden.

Das ergab eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des „Forums Familie stark machen” unter 1840 Männern und Frauen ab 16 Jahren, wie das Forum am Freitag in Mainz mitteilte. Unter den Befragten im Alter von mindestens 60 Jahren halten sogar 65 Prozent die Kinder heute für schlechter erzogen.

Von den 1840 Befragten wurde ein ganzes Bündel Mängeln genannt. So gelten Kinder häufig als verwöhnter im Vergleich zu 1989, 62 Prozent stufen den Nachwuchs heute als materialistischer, besitzorientierter und fordernder ein. Ähnlich viele Befragte beobachten häufig an Kindern Rücksichtslosigkeit (58 Prozent) sowie eine größere Neigung zur Gewalt (62 Prozent). An der Jugendsprache stören sich 53 Prozent. Eine schlechtere Konzentrationsfähigkeit bemängeln 45 Prozent.

Viele der beklagten Erziehungsdefizite hängen laut dem „Forum Familie stark machen” mit Veränderungen des Umfelds zusammen: So sei die Klage über die Verwöhntheit der Kinder ohne den gewachsenen Wohlstand kaum denkbar. Das meiste Verständnis für Kinder bringen nach Angaben des Forums Eltern auf, die mit drei oder mehr Kindern zusammenleben und Probleme besonders gut kennen müssten: Sie beklagten sich weitaus seltener als der Rest der Bevölkerung.