Berlin: Trompeten unerwünscht: Beim Naseputzen diskret vorgehen

Berlin: Trompeten unerwünscht: Beim Naseputzen diskret vorgehen

In unserem Kulturkreis haben wir ein relativ entspanntes Verhältnis zum Thema Naseputzen. Anders als etwa in asiatischen Ländern ist es bei uns völlig okay, sich in der Öffentlichkeit zu schnäuzen.

„Sich die Nase zu putzen, bleibt aber Privatsache”, sagt Jan Schaumann, Stiltrainer in Berlin. Man sollte dabei also möglichst diskret vorgehen.

„Dazu gehört zum einen, dass man nicht laut herumtrompetet”, sagt Schaumann. Man sollte sich weder laut noch besonders ausgiebig schnäuzen. „Auf gar keinen Fall darf man hinterher das Resultat inspizieren”, sagt der Benimm-Experte. Nach dem Naseputzen vor anderen sei oft eine kleine, stille Bitte um Entschuldigung angebracht.

Höflich könne man auch dadurch sein, dass man seinen Kopf von anderen Menschen wegdreht, während man sich die Nase putzt. „Das geht natürlich nur bedingt, wenn man etwa im Restaurant rechts und links Sitznachbarn hat”, berichtet Schaumann. In einer solchen Situation sollte man sich die Nase am Tisch nur kurz abtupfen und für das Naseschnauben auf die Toilette oder den Flur gehen.

Die Frage nach dem passenden Taschentuch beantwortet der Stiltrainer eindeutig: „Stofftaschentücher sind zum Tränen abwischen, zum Naseputzen sollte man Papiertücher benutzen.” Letztere sollte man möglichst nur einmal gebrauchen und dann wegwerfen.

Auch beim Entsorgen von Taschentüchern gelte es, Rücksicht auf andere zu nehmen. Vor allem wenn man erkältet sei, müsse man darauf achten, seine Krankheitskeime nicht zu streuen. „Man sollte seine Taschentücher also nicht in den kollektiven Büropapierkorb werfen oder in andere offene Abfalleimer”, sagt Schaumann. Besser sei es, verschlossene Müllbehälter zu benutzen oder die Taschentücher im Klo herunterzuspülen.

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