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Bonn: Studie: Erfolge von berufsvorbereitenden Maßnahmen

Bonn : Studie: Erfolge von berufsvorbereitenden Maßnahmen

Jahr für Jahr suchen Tausende Jugendliche vergeblich einen Ausbildungsplatz. Dennoch tauchen viele in der amtlichen Statistik nicht als „unversorgte Bewerber” auf, da sie in eine Einstiegsqualifizierung, ein Berufsbildungsjahr oder eine andere Maßnahme zur Ausbildungsvorbereitung vermittelt werden.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat nun in einer Studie die Erfolgsbilanz derartiger Programme analysiert. Fazit: Die Übergangsangebote zwischen Schule und Ausbildung sind besser als ihr Ruf. Vor allem Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss könnten ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz deutlich verbessern, wenn sie sich an einer Berufsvorbereitung beteiligten, betonen die Bildungsexperten.

Von allen Jugendlichen, die eine Haupt- oder Realschule besuchen, lande zunächst etwa jeder dritte in einer Bildungsmaßnahme. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer beginne spätestens ein Jahr nach Abschluss der Vorbereitungsmaßnahme eine betriebliche oder außerbetriebliche Berufsausbildung.

Besondere Erfolge bei der Qualifizierung bescheinigt die Studie den berufsvorbereitenden Maßnahmen (BvB) der Bundesagentur für Arbeit sowie dem schulischen Berufsvorbereitungsjahr (BVJ). So gelinge es immerhin jedem dritten Jugendlichen, der zu Beginn von BvB oder BVJ ohne Schulabschluss gewesen sei, diesen nachzuholen. Die Berufsfachschule schließe sogar jeder zweite mit einem höherwertigen Schulabschluss ab - 16 Prozent schafften sogar die Fach- oder Hochschulreife.

Unabhängig vom Vermittlungserfolg bewerteten die weitaus meisten Jugendlichen die Teilnahme an einer Ausbildungsvorbereitung als sinnvoll verbrachte Zeit. Je nach Art der Maßnahme glauben 80 bis 90 Prozent, dass diese sich positiv auf ihren weiteren Berufsweg auswirkt. Besonders zufrieden sind Jugendliche auf der Berufsfachschule.

Auf der anderen Seite hat der Studie zufolge jeder fünfte Jugendliche auch drei Jahre nach Abschluss einer Bildungsmaßnahme keine Berufsausbildungsstelle. Der weitere Bildungsweg dieser Jugendlichen sei häufig „problematisch”, so die Wissenschaftler. Oft würden weitere Übergangsmaßnahmen besucht oder Jobs angenommen. Viele Jugendliche blieben auch über längere Phasen „einfach zu Hause”, weil sie keine Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeit fänden.