Köln: Sprechen statt streicheln: Vorsicht bei Herpes nach der Geburt

Köln: Sprechen statt streicheln: Vorsicht bei Herpes nach der Geburt

Mütter sollten nach der Geburt sehr vorsichtig mit ihrem Baby umgehen, falls sie Herpes haben. Eine mögliche Übertragung auf das Baby könne lebensbedrohlich sein, sagte Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln in einem Gespräch mit dem dpa-Themendienst.

Das Immunsystem von Neugeborenen sei für das Virus noch nicht gerüstet.

Gerade in den ersten Lebenstagen brauchen Neugeborene viel Zuneigung. Hat die Mutter dann aber gerade einen Herpesausbruch, sollte sie dennoch jeglichen Kontakt mit der Mundschleimhaut ihres Kindes komplett vermeiden. Den Kontakt zum Kind könne sie stattdessen herstellen, indem sie viel mit ihm spricht. „Die Mutter sollte dem Kind auf keinen Fall Küsschen geben”, warnt Niehaus.

Desinfiziert sich die Mutter gründlich ihre Hände, könne sie das Kind auch ohne größeres Risiko streicheln - allerdings nicht im Gesicht, sagt Niehaus. Mundschutz und Desinfektionsmittel seien wichtig, solange der Herpes akut ist. Dafür reiche ein herkömmliches Mittel aus der Apotheke aus.

Zwar wehre der Nestschutz viele Erreger ab, für Herpes sei er jedoch zu schwach, erklärt die Ärztin. Frühgeborene sind besonders gefährdet: „Je früher das Kind geboren wird, desto schwächer ist der natürliche Schutz.” In der Regel werde ein Herpes aber schnell bemerkt. Er verursacht kleine Bläschen an der Lippe, die zu Spannungen führen. Auch solche Veränderungen sollte nach der Geburt des Kindes besonders geachtet werden.

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