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München: Schwangeren nicht ungefragt an den Bauch fassen

München : Schwangeren nicht ungefragt an den Bauch fassen

Der kugelrunde Bauch einer Schwangeren sorgt überall für gute Laune. Selbst Fremde werden bei seinem Anblick manchmal übermütig und fassen der werdenden Mutter beherzt an die Körpermitte.

„Vielen Leuten ist in dem Moment einfach nicht bewusst, dass sie damit die Frau anfassen”, sagt die Münchner Etikette-Expertin Sabine Schwind von Egelstein. Sie hätten das Gefühl, durch die Berührung des Bauches direkt das Baby zu streicheln.

Dennoch sei es ein absolutes Tabu, eine Schwangere einfach so zu berühren. „Ist man nicht gerade ein enger Freund, dann sollte man die übliche Distanz von einer Armeslänge zur Wahrung der Intimsphäre unbedingt einhalten”, sagt Schwind von Egelstein. Wer sich gar nicht zurückhalten könne, sollte die werdende Mutter zumindest vorher fragen, ob er ihren Bauch berühren dürfe. „Aber auch diese Frage ist nur dann angebracht, wenn man die Frau persönlich kennt”, betont die Expertin.

Schwangeren empfiehlt sie, solche Zwischenfälle mit Humor zu nehmen. „Die Geste an sich ist ja nett gemeint und eigentlich etwas Liebevolles”, sagt Schwind von Egelstein. Trotzdem habe man das Recht, sich gegen solche Eingriffe zu wehren. „Man sollte deutlich ausdrücken, dass man das nicht möchte”, sagt die Fachfrau für Umgangsformen und empfiehlt, die Hand des anderen zu greifen und wegzunehmen.

Dazu könne man seine Überraschung darüber äußern, dass man einfach so angefasst wurde. „Den meisten Leuten wird dann schnell klar, dass sie gerade eine Grenze überschritten haben.”