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Berlin: Schadstoffe im Spielzeug: auf Siegel achten

Berlin : Schadstoffe im Spielzeug: auf Siegel achten

Gift im Spielzeug - ein Albtraum für Eltern. Doch trotz gesetzlicher Regeln würden die Grenzwerte für Schadstoffe in Spielwaren bisweilen überschritten, sagt Bärbel Vieth, Chemikerin beim Bundesinstitut für Risikobewertung.

„Was zum Beispiel in handelsüblichem Spielzeug vorkommen kann, sind Schwermetalle. Für Blei, Cadmium oder Chrom werden immer wieder Grenzwertüberschreitungen berichtet”, sagt sie.

Auch andere Stoffe könnten Kindern gefährlich werden - sogenannte CMR-Stoffe etwa, die Krebs erregen, das Erbgut verändern oder auf das Fortpflanzungssystem wirken. „Die Verwendung ist zwar für einige dieser Stoffe eigentlich geregelt, aber sie kommen trotzdem manchmal in Spielzeug vor”, sagt Vieth.

Ihr Tipp für Spielzeugkäufer: „Einfach mal die Nase ranhalten. Wenn ein Spielzeug unangenehm riecht, kann es sein, dass das durch Schadstoffe bedingt ist.” Zudem gebe es immer mehr Spielzeug zu kaufen, das beduftet ist, zum Beispiel Puppen, Spielfiguren und Kuscheltiere, aber auch Faschingskostüme oder Stifte.

„Duftstoffe können auch einen schlechten Materialgeruch überdecken”, sagt die Chemikerin. Bekannt sei auch, dass es eine Reihe von Duftstoffen gebe, die Allergien auslösen können. „Wir empfehlen deshalb, bei bedufteten Spielzeugen vorsichtig zu sein.”

Orientierung beim Kauf bieten zudem verschiedene Prüfsiegel, etwa das deutsche GS-Zeichen für „Geprüfte Sicherheit”, das LGA-Siegel „tested quality” oder der „Blaue Engel”. „Solche Siegel kann ein Hersteller freiwillig erwerben, indem er ein unabhängiges Prüflabor beauftragt, seine Produkte zu testen.

Bei diesen Prüfverfahren werden auch Stoffe getestet, für die es noch keine gesetzlichen Grenzwerte gibt”, sagt Bärbel Vieth. In Hamburg bietet auch die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz an, verdächtige Spielzeuge auf ihre Sicherheit hin zu prüfen.