Tübingen: Röteln: Vor Schwangerschaft unbedingt Impfschutz kontrollieren

Tübingen: Röteln: Vor Schwangerschaft unbedingt Impfschutz kontrollieren

Röteln sind eine Viruskrankheit. Sie wird durch Tröpfcheninfektion, also beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen. Am häufigsten tritt sie im Kindesalter auf und verläuft in dieser Zeit in der Regel komplikationslos.

Gefürchtet ist sie jedoch bei Schwangeren: „Insbesondere bei einer Infektion während der ersten drei Schwangerschaftsmonate, kann das Virus Fehlgeburten verursachen oder schwere Schäden beim Ungeborenen hervorrufen”, warnt die Tübinger Allgemeinärztin Katharina Schulz-Wagner. „Eine Impfung ist daher für junge Frauen besonders wichtig.”

Geimpft werde zweimal, zuerst bei Kindern im Alter von 11 bis 14 Monaten und dann noch einmal im zweiten Lebensjahr. Zwar gäbe es die Röteln-Impfung auch einzeln, oft bekämen die Kleinen jedoch eine Kombinationsimpfung gegen Röteln, Mumps und Masern. „Gerade weil Röteln für Frauen im Hinblick auf eine spätere Schwangerschaft so gefährlich sind, werden die Eltern jedes Mädchens kurz vor der Pubertät noch einmal aufgefordert, ihr Kind impfen zu lassen”, sagt Schulz-Wagner. Oft bieten zum Beispiel auch Schulärzte diese Leistung an. Die Kosten für die Röteln-Impfung werden von allen Krankenkassen übernommen.

Die Injektion sei für Kinder sehr gut verträglich, es gebe nur wenige bekannte Nebenwirkungen. Frauen, die als Mädchen nicht geimpft wurden und eine Schwangerschaft planen, könnten sich auch noch als Erwachsene impfen lassen. „Zu beachten ist dabei jedoch, dass es etwa ein halbes Jahr dauert, bis der Körper geschützt ist. Bis dahin sollte man auf jeden Fall mit der Schwangerschaft warten”, rät die Allgemeinärztin. Grundsätzlich sei es sinnvoll, den Impfschutz noch einmal vom Gynäkologen überprüfen zu lassen, wenn ein Kinderwunsch besteht.

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