Berlin: Riestervertrag: Wie Jugendliche dreifach profitieren

Berlin: Riestervertrag: Wie Jugendliche dreifach profitieren

Ein Riester-Vertrag ist für viele als Geldanlage und Altersvorsorge sinnvoll und rentabel.

Jugendliche unter 25 Jahren profitieren von einem besonderen Berufseinsteiger-Bonus und erhalten seit 2008 einmalig 200 Euro Zulage im ersten Jahr, für das eine Altersvorsorgezulage beantragt wird.

Der Vorteil: Ein eigener Antrag ist für diesen Berufseinsteiger-Bonus nicht erforderlich. Die 200 Euro werden zusätzlich gezahlt, wenn die Sparer noch nicht 25 Jahre alt sind und das erste Mal nach dem Jahr 2008 einen Antrag auf Altersvorsorgezulage stellen. Voraussetzung ist natürlich wie bei allen Riester-Zulagen, dass sie den erforderlichen Mindesteigenbeitrag (mindestens 60 Euro) zahlen, damit sie die Zulage in voller Höhe und nicht nur gekürzt erhalten.

Ein Beispiel: Riester-Sparer A beantragt im Jahr 2009 erstmals die Riester-Förderung. 2008 hatte er ein Einkommen von 20\.000 Euro, müsste also 4 Prozent davon (also 800 Euro) in der Riester-Vertrag einzahlen. Von den 800 Euro werden jedoch die gewährten Zulagen (154 Euro Grundzulage und 200 Euro Berufseinsteiger-Bonus) abgezogen, sodass er nur einen Eigenbeitrag von 446 Euro leisten muss, um in den Genuss von 354 Euro Zulagen zu kommen.

Auch Jugendliche können natürlich ihre Riester-Beiträge als Sonderausgaben absetzen und damit zusätzlich von Steuervorteilen profitieren. Ganz wichtig: Der Bonus in Höhe von 200 Euro wird dabei nicht angerechnet. Wer wie im Beispiel oben 800 Euro Mindesteigenbeitrag leisten muss, muss tatsächlich nur 446 Euro zahlen, wenn er den Berufseinsteiger-Bonus erhalten will. Steuerlich als Sonderausgaben sind jedoch nur 600 Euro absetzbar, denn hier zählt der Berufseinsteiger-Bonus nicht mit.

Oft wird Riester-Sparern geraten, in den Riester-Vertrag mehr als den erforderlichen Mindesteigenbeitrag einzuzahlen, um die Steuervorteile voll auszuschöpfen. Denn wer tatsächlich 2100 Euro (abzüglich seiner Zulagen) in den Vertrag einzahlt, profitiert vor allem als Alleinstehender ohne Kinder von einem hohen Steuerbonus. Ein Beispiel: Riester-Sparer B müsste 2010 in seinen Vertrag den Mindesteigenbeitrag von 1000 Euro (abzüglich Zulage in Höhe von 154 Euro und dem Berufseinsteiger-Bonus von 200 Euro) einzahlen. 2010 wird er rund 30\.000 Euro zu versteuerndes Einkommen erzielen, sodass die zu berücksichtigenden 800 Euro Riester-Beitrag zusätzlich zu einem Steuervorteil von 111 Euro (ohne Kirchensteuer) führen. Würde der Sparer 2100 Euro (wieder abzüglich seiner Zulage) einzahlen, stiege sein Steuervorteil tatsächlich auf 470 Euro an -eine lohnende Sache also.

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