Berlin: Richtiges Konfliktverhalten bei Familienstreit

Berlin: Richtiges Konfliktverhalten bei Familienstreit

Paarkonflikte lassen sich nicht immer aus dem Familienalltag raushalten. „Kinder dürfen durchaus miterleben, dass ihre Eltern sich mal streiten”, sagt Matthias Müller-Guth vom SOS-Familienzentrum Berlin.

So lernten sie, dass man negative Gefühle nicht in sich reinfressen muss und dass man seinen Standpunkt vertreten darf.

Wichtig sei allerdings, dass der Streit nicht eskaliere. „Die Erwachsenen sollten bei ihrer Auseinandersetzung respektvoll miteinander umgehen”, betont der Erziehungsberater.

Zudem sollte man darauf achten, dass man den Kindern in der Situation deutlich mache: Das ist unser Streit, das hat nichts mit euch zu tun.

„Kleine Kinder beziehen noch viel auf sich und denken daher oft, sie seien schuld an dem Streit der Eltern”, sagt Müller-Guth. Man könne Kindern auch erklären, dass Erwachsene sich eben manchmal genauso streiten, wie sie sich mit ihren Freunden in der Kita zanken.

Wichtig sei, dass Eltern ihre Kinder nicht in ihre Streitereien hineinziehen. Es sei für die Kleinen sehr belastend, wenn sie gezwungen würden, für Mama oder Papa Partei zu ergreifen. „Zudem wäre es gut, wenn die Kinder auch erleben, wie ihre Eltern sich - eventuell nach etwas Funkstille - wieder versöhnen”, sagt Matthias Müller-Guth.

Erziehungsfragen sollte man allerdings nie vor den Kindern diskutieren, betont der Erziehungsexperte. Der Nachwuchs fühle sich sonst zuständig und verantwortlich für den Konflikt. „Es ist wichtig, dass Kinder den Streit bei den Eltern lassen können.”