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Osnabrück: Rechtsexperte rät Hausfrauen zu Ehevertrag

Osnabrück : Rechtsexperte rät Hausfrauen zu Ehevertrag

Der Präsident des Deutschen Familienrechtsforums, Volker Rabaa, rät allen Hausfrauen zum Abschluss eines Ehevertrags.

In einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung” (Samstag) verwies er zur Begründung auf das neue Unterhaltsrecht. Danach erhalten betreuende Elternteile seit Januar 2008 wesentlich kürzere Zeit Unterhalt vom Ex-Gatten als früher. Vor der Reform konnte eine geschiedene Frau in der Regel bis zum achten Lebensjahr ihres Kindes zu Hause bleiben.

Rabaa betonte, das neue Unterhaltsrecht habe „uns aus der Steinzeit direkt ins All katapultiert”. Er widersprach damit indirekt dem Gesetzgeber. Dieser hatte die Reform damit begründet, dass sie der veränderten gesellschaftlichen Wirklichkeit Rechnung trage. „In der progressiven Vorstellungswelt des Gesetzgebers sind wir erst dann angekommen, wenn mehr Kinderbetreuungseinrichtungen, mehr Arbeitsplätze auch in Teilzeit zur Verfügung stehen und sich die Berufschancen von Frauen verbessert haben”, betonte der Jurist.

Zwar gelte nach dem Unterhaltsänderungsgesetz die Prämisse „Vorrang für das Kindeswohl”, so Rabaa. Zugleich warf er der Politik vor, noch ein anderes Ziel zu verfolgen. Sie wolle durch die Reform die Kindergeldkassen und Familienkassen der Länder und Kommunen entlasten. Sie springen ein, wenn Väter ihren Unterhaltszahlungen nicht nachkommen.