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Wismar: Rauchstopp für Schwangere ein Muss: Auch wenige Zigaretten schaden

Wismar : Rauchstopp für Schwangere ein Muss: Auch wenige Zigaretten schaden

Es ist ein Argument, das Raucherinnen immer und immer wieder bemühen: In der Schwangerschaft aufzuhören, schade dem Kind. „Das ist Unsinn. Der Entzug ist lediglich für die Mutter unangenehm, das Ungeborene hat dadurch überhaupt keinen Schaden”, verdeutlicht Ulrich Freitag, Gynäkologe in Wismar und Mitglied des Vorstandes im Berufsverband der Frauenärzte.

Jede weitere Zigarette sei dagegen schädlich für das Kind. „Das Problem sind dabei nicht nur die Schadstoffe wie Teer und Nikotin, sondern vor allem das Kohlenmonoxid, das man mit jeder Zigarette einatmet”, erklärt der Experte. Dieses Gas versetzt dem Ungeborenen nämlich eine Art Doppelschlag: Zum einen besetzt es die roten Blutkörperchen der Mutter, die dadurch keinen Sauerstoff mehr aufnehmen können und folglich auch dem Kind keinen Sauerstoff mehr liefern.

Zum anderen sorgt das Nikotin dafür, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen und weniger Blut und damit Sauerstoff beim Kind ankommen. „Das Kind hat also durch die falsch beladenen Blutkörperchen und durch den verminderten Blutfluss einen echten Sauerstoffmangel sowie ein Versorgungsproblem mit Nährstoffen”, fasst Freitag zusammen. Dieser Mangel hat Folgen. Freitag erläutert: „Die Frauen rauchen ihr Kind buchstäblich klein.”

Er hält daher auch nichts davon, den Zigarettenkonsum lediglich zu reduzieren: „Natürlich ist der Effekt weniger schlimm, wenn man zwei und nicht zwanzig Zigaretten raucht - aber auch die zwei Zigaretten reichen, um dem Ungeborenen zu schaden”.