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Berlin: Psychologin: Jedes fünfte Kind an Mobbing im Internet beteiligt

Berlin : Psychologin: Jedes fünfte Kind an Mobbing im Internet beteiligt

Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland hat nach Untersuchungen der Freien Universität Berlin als Täter oder Opfer mit Mobbing im Internet zu tun.

Den Tätern im Cyberspace sei oft gar nicht bewusst, wie sich ihre Beleidigungen und Schikanen auswirkten, sagte Psychologin Anja Schultze-Krumbholz dem epd. Sie hat das Einschüchtern eines Menschen über die neuen interaktiven Medien an Berliner und Bremer Schulen untersucht.

Den Tätern fehle im Netz die direkte Rückmeldung, erläuterte die Psychologin. „Sie sehen ihr Opfer nicht und können weder an Mimik und Gestik noch an Worten erkennen, dass es verletzt ist.” Die Kölner Sozialpsychologin Catarina Katzer fand in einer Studie mit rund 1.700 Schülern heraus, dass sich Mobbing im Netz und auf dem Schulhof oft überlappen. 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die in der Schule als Mobber auftreten, beleidigen ihre Altersgenossen auch im Chatroom. Umgekehrt erleben 63 Prozent der Opfer von Schulmobbing eine ähnliche Ausgrenzung im Internet-Chat.

Beim Cyberbullying schicken Kinder und Jugendliche meist anonym beleidigende Nachrichten per Handy oder Internet. Sie grenzen ihr Opfer bei Gesprächen im Internet aus. Im Extremfall stellen sie obszön bearbeitete Bilder ins Netz oder filmen einen Jugendlichen in einer peinlichen Situation mit der Handy-Kamera. Das Video ist meist nur schwer wieder aus dem Netz zu entfernen.