Hannover: Pearl-Index definiert Sicherheit einer Verhütungsmethode

Hannover: Pearl-Index definiert Sicherheit einer Verhütungsmethode

Wer nach einem verlässlichen Verhütungsmittel sucht, der sollte sich immer auch mit dessen Pearl-Index beschäftigen.

„Der Pearl-Index eines Verhütungsmittels gibt an, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres trotz dieser Verhütungsmethode schwanger werden”, erklärt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte: „Je niedriger der Wert, desto sicherer die Methode.” Der Pearl-Index sollte deshalb immer auch Bestandteil des Beratungsgespräches beim Frauenarzt sein, könne beispielsweise aber auch in einer Apotheke erfragt werden.

„Grundsätzlich kann man sagen, dass die Spirale und die Antibaby-Pille am sichersten sind”, erläutert Albring. So habe die Pille einen Pearl-Index von 0,1 bis 0,9. Die Spirale kommt immerhin noch auf 2. Zum Vergleich: Bei vollkommen ungeschütztem Geschlechtsverkehr liege der Wert, abhängig vom Alter der Frau, zwischen 30 und 80.

Chemische Verhütungsmittel wie Spermizide sind vergleichsweise unsicher, in Kombination mit mechanischen Verhütungsmitteln wie einem Kondom lasse sich der Pearl-Index nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe aber von 21 auf 3 verbessern.

Insbesondere bei Kondomen ist die Sicherheit sehr von der korrekten Handhabung abhängig, deshalb liegt die Spannbreite des Pearl-Index hier zwischen 2 und 12. Man sollte sich also im Vorfeld mit den „Tücken” eines Kondoms auseinandersetzen.

Aber auch die Pille sei nicht ganz frei von Anwendungsproblemen, weiß Albring: Beispielsweise sollte man sich vor der Einnahme von Antibiotika oder Psychopharmaka erkundigen, ob das Medikament die Wirkung des Verhütungsmittels beeinträchtigt. „Auch wenn eine Frau erbrechen muss, kann sie sich auf die Pille nicht mehr verlassen.” Eine ergänzende Verhütungsmethode, wie beispielsweise ein Kondom, könne dann zusätzliche Sicherheit bringen.