Kempen: Patchworkfamilie: Halbgeschwister sind oft eifersüchtig aufs Baby

Kempen: Patchworkfamilie: Halbgeschwister sind oft eifersüchtig aufs Baby

Ein gemeinsames Baby ist für viele Patchworkeltern die Krönung ihres Neubeginns. Doch Kinder aus früheren Beziehungen sind nicht immer begeistert, wenn sich ein Halbgeschwisterchen ankündigt.

„Es kann vorkommen, dass ein Kind sich in dieser Situation zurückgesetzt fühlt”, sagt Dorothee Döring, Autorin des Ratgebers „Familienglück im zweiten Anlauf”. Vor allem, wenn die leiblichen Eltern seit der Trennung zerstritten seien, fühlten Kinder sich angesichts des neuen Familienglücks als zweite Wahl. „Es ist wichtig, dass man Trennungskindern klar macht, dass auch sie gewünscht und geliebt sind”, sagt die Pädagogin aus dem nordrhein-westfälischen Kempen. Man sollte dem Kind erklären, dass sich Mama und Papa damals ebenso über sie gefreut haben, wie man sich nun über das Geschwisterchen freue - egal, wie sie als geschiedene Ex-Partner heute zueinander stünden.

Döring empfiehlt, die werdenden Halbgeschwister schon während der Schwangerschaft viel einzubeziehen. „Man kann sie beispielsweise ermuntern, den Bauch der Mutter oder Stiefmutter zu berühren”, sagt die Autorin. Durch solche Erlebnisse bekomme das Kind ein Gefühl dafür, dass dieses Baby auch ein Teil von ihm ist, dass alle zusammen eine Gemeinschaft bilden. „Oft rückt eine Patchworkfamilie durch ein gemeinsames Baby sogar noch näher zusammen, da das Kind zu allen Familienmitgliedern dazugehört”, sagt Dorothee Döring.

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