1. Leben
  2. Familie

Berlin: Nüsse, Äpfel, Zapfen: Leckere Mitbringsel für Haustiere aus der Natur

Berlin : Nüsse, Äpfel, Zapfen: Leckere Mitbringsel für Haustiere aus der Natur

Bunte Beeren an den Sträuchern, die letzten Maiskolben auf den Äckern, Fallobst auf dem Boden: Beim Herbstspaziergang durch Wald und Felder gibt es einiges zu entdecken, was kleinen Haustieren wie Nagern oder Vögeln mitgebracht werden kann. Sie finden die Mitbringsel aus der Natur meist hoch interessant und ziemlich lecker.

„Es ist einfach mal was anderes für die Tiere”, erklärt Julian Heiermann vom Naturschutzbund Nabu in Berlin. Sie hat gleich mehrere Vorschläge parat: Nagetiere mögen etwa Haselnüsse, Eicheln, Bucheckern, Beeren, Äpfel und Zapfen zum Knabbern. Die Nüsse können sie selbst knacken - so haben sie gleich noch Beschäftigung. Als Ergänzung für die Einstreu kann buntes Laub mitgebracht werden. Es muss jedoch trocken sein und kann mit der normalen Einstreu gemischt werden. Aus Zweigen und Rinde kann für Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster auch ein Unterschlupf gebaut werden.

„Man kann gut ein Stück Rinde zum Knabbern in den Käfig legen”, ergänzt Jürgen Stroh, Chef vom Wildpark Tiergarten Weilburg in Hessen. Von heruntergefallenen braunen Fichtenzapfen sollte man allerdings die Finger lassen, rät er. Diese sind für die Haustiere langweilig, weil darin kein Samen mehr ist. Meistens haben sich daran ohnehin schon Eichhörnchen bedient, so dass für die Heimtiere nichts mehr übrig bleibt.

Auch mit Maiskolben können Hase, Hamster & Co. kulinarisch verwöhnt werden. Der Tierarzt Klaus Kutschmann aus Magdeburg mahnt bei all diesen Zufütterungen aber zur Vorsicht. „Eigentlich brauchen Nager nur eines zum Fressen, nämlich Heu”, sagte er. Alles andere seien Leckereien, ähnlich wie Pralinen für Menschen. So sind zum Beispiel Haselnüsse sehr fett- und eiweißreich. Entsprechend selten sollten sie gefüttert werden, zumal zu viel des Guten für Durchfall sorgen kann.

Wer seinem Tier Äste mitbringen will, sollte eher zu den Laubbäumen greifen. Nadelgehölz mögen die Nager nicht, schon alleine deshalb, weil es piekst. Auch Äste von der Eibe sollten lieber im Wald bleiben. „Die sind hochtoxisch”, warnt der Tierarzt. Empfehlenswert sind dagegen Weichholzzweige, zum Beispiel von der Pappel, Linde oder Weide. Dieses Holz enthält viel Rohfaser und Vitamine. Weide besitzt außerdem Inhaltsstoffe, die schmerzstillend wirken können. Sie ist damit vor allem für ältere Tiere eine sinnvollere Knabberei.

Ein Herbstspaziergang kann auch zu einem Bauern führen, vielleicht verkauft er auf Nachfrage etwas Heu und Stroh als Futter und Einstreu. Das schont den Geldbeutel des Tierbesitzers: Die Preise dürften deutlich günstiger als in der Zoohandlung sein. Transportiert und aufbewahrt werden sollte das Raufutter in luftdurchlässigen Beuteln. Natürlich darf beides nicht verschimmelt sein. Gutes Heu und Stroh riecht angenehm. Bei einem muffigen oder stickigen Geruch sollte der Tierhalter lieber die Finger davon lassen. Stroh in guter Qualität hat eine goldgelbe Farbe, Heu ist grün und deutlich weicher als Stroh.

Die möglichen Mitbringsel für Nager sind ebenfalls für Vögel interessant: Viele von ihnen knabbern gerne an Holz und Obst. „Nüsse muss man für sie natürlich knacken, sonst kommen sie nicht dran”, sagt Heiermann vom Nabu. Die knallorangenen Vogelbeeren, Sanddorn oder Brombeeren sind für sie ebenfalls eine Delikatesse. Sie knabbern auch gerne an Äpfeln oder Birnen. Hier reicht allerdings, eine Obstscheibe in den Käfig oder die Voliere zu legen, zwischen die Stäbe zu klemmen oder an einem Faden aufzuhängen.

Wellensittiche und einige andere Papageiensorten sind in erste Linie Körnerfresser. Die größeren Exemplare unter ihnen freuen sich zum Beispiel über Maiskolben. Diese sind wiederum für die kleineren Vögel, wie etwa Kanarienvögel, nichts: Die Körner sind viel zu groß für sie.

Bei allen Vögeln können mitgebrachte Äste in den Käfig gehängt oder gelegt werden: zum Knabbern und als Sitzgelegenheit. Wie bei den Nagern gilt aber auch hier, dass die giftige Eibe tabu ist und Weichhölzer erste Wahl sind. Gerne knabbern Vögel an Mistelzweigen.

Weil die Haustiere sich im Winter über die Mitbringsel aus der Natur freuen, können diese haltbar gemacht werden. Bei dem Obst reicht oft das Trocknen, sie können aber auch in die Kühltruhe gelegt werden. Wer möchte, kann trockenes Laub einfrieren und im Winter als Einstreu wieder auftauen.

Beim herbstlichen Sammeln sollten es die Tierbesitzer allerdings nicht übertreiben. Zum einen nehmen sie damit den wildlebenden Tieren Nahrung weg, außerdem sollten die Tiere des Waldes bei den Sammelaktionen nicht gestört werden. „Man geht besser tagsüber als in der Dämmerung”, rät der Weilburger Wildparkleiter Stroh.

Dabei sollte man darauf achten, keine Pflanzen oder jungen Bäume umzutreten. „Im Prinzip gilt im Wald das freie Betretungsrecht, man darf also grundsätzlich die Wege verlassen”, sagt Heiermann. Ausnahmen sind etwa Naturschutzgebiete und Nationalparks, dort müssen Besucher auf den Wegen bleiben und dürfen nichts mitnehmen.

(dpa)