Toronto: Misshandlung in der Kindheit steigert Risiko für Herzerkrankung

Toronto: Misshandlung in der Kindheit steigert Risiko für Herzerkrankung

Kinder, die von ihren Eltern körperlich misshandelt werden, haben ein um 45 Prozent erhöhtes Risiko, Herzerkrankungen zu entwickeln.

Zu diesem Ergebnis kamen US-Forscher, nachdem sie über 13.000 Kanadier zu etwaigen Misshandlungen in deren Kindheit sowie über ärztlich attestierte Herzleiden befragt hatten.

Wie genau sich der beobachtete Einfluss erklären lässt, ist nach Angaben der Forscher noch unklar und müsse nun Gegenstand weiterer Untersuchungen werden. Wer als Kind misshandelt wurde, sollte sich jedoch des erhöhten Risikos bewusst sein und seinen Gesundheitszustand entsprechend im Auge behalten, empfehlen Esme Fuller-Thomson von der University of Toronto und ihr Team.

Sie berichten von ihren Ergebnissen im Fachmagazin „Child Abuse & Neglect”. Die Forscher interviewten 13 093 Freiwillige, von denen 7,4 Prozent von körperlichen Misshandlungen in ihrer Kindheit durch nahestehende Personen berichteten. Bei der Analyse legten die Wissenschaftler nach eigenen Angaben großen Wert darauf, mögliche andere Einflussfaktoren auszuschließen.

Sie berücksichtigen beispielsweise das Gewicht der Teilnehmer, ob diese rauchten und in welchem Maße sie sportlich aktiv waren. Gleiches galt für das Einkommen und den Bildungsstand der Eltern sowie für Gesundheitsprobleme, die eine genetische Vorbelastung der Kinder zur Folge hätten haben können, etwa Diabetes oder Bluthochdruck.

Dass Kindesmisshandlungen verheerende Schäden in der Psyche der Opfer anrichten, ist seit langem bekannt. Die Betroffenen haben oft auch als Erwachsene noch mit zahlreichen psychischen Problemen zu kämpfen. Darüber hinaus hatten Studien bereits einen Zusammenhang zwischen körperlichen Misshandlungen im Kindesalter und späteren Krebserkrankungen festgestellt.

Die Ursache hierfür wird in dem dauerhaft hohen Stresslevel vermutet, mit dem die Betroffenen leben: Stresshormone schwächen das Immunsystem und verhindern so möglicherweise eine rechtzeitige Bekämpfung entstandener Krebszellen.