1. Leben
  2. Familie

Gießen: Mama darf mit auf Kinderkur

Gießen : Mama darf mit auf Kinderkur

Hängt der Erfolg einer Kinderkur davon ab, dass das Kind bei der Heilbehandlung von seiner Mutter begleitet wird, so muss die Rentenversicherung auch die Unterbringungskosten für die Mutter übernehmen. Das entschied das Sozialgericht Gießen (Aktenzeichen: S 4 R 284/11 ER).

Hintergrund der Entscheidung war, dass die Mutter eines an Neurodermitis erkrankten, achtjährigen Kindes die Übernahme der Kosten für ihre Begleitung gefordert hatte, weil sie ansonsten weitere gesundheitliche Probleme befürchtete. Die Rentenversicherung lehnte dies zunächst. Eine Begleitung werde nur in Ausnahmefällen bezahlt, hieß es zur Begründung. Ein solcher liege hier nicht vor.

Das Gericht sah das anders: Nach den Richtlinien der Rentenversicherung reichten medizinische Gründe aus, um die Begleitung durch die Eltern finanzieren zu müssen. Solche medizinischen Gründe habe die Mutter in diesem Fall ausreichend dargelegt, so dass die Rentenversicherung die Kosten übernehmen müsse.

Für alle Versicherten mit Kindern bedeutet das: Wer sich nicht auf Auseinandersetzungen mit den Sozialversicherungsträgern einlassen möchte, kann eine Krankenhauszusatzversicherung abschließen. Diese übernimmt für Kinder bis zu einem gewissen Alter im Rahmen des sogenannten Rooming-in die Kosten einer Begleitung durch die Eltern.

(dapd)