Halle-Wittenberg/Berlin: Körperliche Strafen lehnen viele Eltern ab

Halle-Wittenberg/Berlin: Körperliche Strafen lehnen viele Eltern ab

Die Mehrheit der Eltern in Deutschland lehnt körperliche Strafen in der Erziehung ab. In einer internationalen Studie der Universität Halle-Wittenberg erklärten 86,8 Prozent der Mütter und Väter, sie strebten eine gewaltfreie Erziehung an.

Tatsächlich erzogen aber nur 28,2 Prozent ihre Kinder ohne körperliche Strafen. Die überwiegende Mehrheit (57,9 Prozent) verwendete eine konventionelle Erziehung. Darunter verstehen die Forscher alle Sanktionen außer schwere Körperstrafen.

62 Prozent der Eltern waren der Ansicht, Gewalt in der Erziehung sei häufig Folge von Hilflosigkeit. 14,5 Prozent glaubten, dass Ohrfeigen manchmal der schnellste und beste Weg bei der Erziehung sind, schreiben die Forscher im „Kinderreport Deutschland 2010” des Deutschen Kinderhilfswerks in Berlin.

Etwa genauso viele (14,7 Prozent) fanden es besser, ein Kind zu ohrfeigen als es anzuschweigen. Die überwältigende Mehrheit (89 Prozent) der Befragten war jedoch der Ansicht, Eltern sollten lieber mit ihren Kindern reden als sie körperlich zu bestrafen.

Am häufigsten war in Deutschland der Klaps auf den Po (68,4 Prozent), gefolgt von leichten Ohrfeigen (42,6), „mit der Hand Po versohlen” (16,8) und schallenden Ohrfeigen (12,7). Seit dem Jahr 2000 ist Gewalt in der Erziehung in Deutschland verboten.

Dennoch glaubten 39,3 Prozent der Eltern, der Klaps auf den Po sei erlaubt. 25,2 Prozent hielten die Ohrfeige für rechtlich zulässig, 8,4 Prozent den „Po versohlen”. Für die Studie wurden im Herbst 2007 5000 Eltern befragt, je 1000 in Schweden, Österreich, Deutschland, Spanien und Frankreich.

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