München: Klumpfuß bei Neugeborenen muss sofort behandelt werden

München: Klumpfuß bei Neugeborenen muss sofort behandelt werden

Es ist für werdende Eltern zunächst ein Schock: Die routinemäßige Ultraschall-Untersuchung ergibt, dass ihr Kind an einem sogenannten Klumpfuß leiden wird.

Doch lässt sich diese Fehlbildung heutzutage sehr gut therapieren, wie Johannes Hamel vom Zentrum für Orthopädische Fußchirurgie in München sagt. Die Behandlung müsse aber gleich in der ersten oder zweiten Lebenswoche beginnen: „Unbehandelt würde dies zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Gehfähigkeit führen”, warnt der Medizin-Professor.

„Der angeborene Klumpfuß entsteht bereits in den ersten Entwicklungsmonaten des Kindes”, sagt Hamel. Die genauen Ursachen seien ungeklärt. „Es kommt offenbar zu einem Vernarbungs-ähnlichen Prozess an der Innenseite des Füßchens.” Die Folge: Die Fußsohle ist nach innen gedreht, und es entstehen „O-Füßchen”. Das komme etwa ein- bis zweimal pro 1000 Geburten vor, sagt der Orthopäde.

„Der Klumpfuß ist bei konsequenter Therapie heutzutage mit dem Ponseti-Konzept gut behandelbar.” Nach anfänglicher Formkorrektur durch wöchentlich zu wechselnde Gipsverbände folge eine mehrjährige Schienenbehandlung, erläutert der Arzt. „Wenn die Kinder ins Krabbel-Alter kommen, sollte die Behandlung bereits soweit fortgeschritten sein, dass die Schiene nur noch nachts getragen werden muss”, sagt Hamel.

Die Behandlung sei schmerzfrei. „Meiner Erfahrung nach, nehmen die Kinder die Schiene fraglos an”, sagt der Experte. Spätestens um das sechste Lebensjahr sei die Behandlung in der Regel abgeschlossen. Die Kinder könnten dann problemlos laufen und nach Belieben meist jede Sportart ausüben.

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