1. Leben
  2. Familie

Klavier lernen - wie fängt man am besten an?

Kontinuierliches Üben ist wichtig : Klavier lernen - wie fängt man am besten an?

Bei der Wahl des Musikinstruments ist das Klavier bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen einer der Favoriten. Mit der richtigen Motivation und regelmäßigen Übungseinheiten kann jederzeit mit dem Klavierspielen begonnen werden.

Kontinuierliches Üben ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um das Spielen auf dem Klavier zu erlernen. Dabei wird der tägliche Zeitaufwand häufig überschätzt. In der Regel reichen zehn bis zwanzig Minuten pro Tag aus, um das Instrument zu erlernen.

Wenn Kinder den Wunsch äußern, Klavier spielen zu wollen, sollte die Übungsdauer dem Alter und der Konzentrationsfähigkeit angepasst werden. Kindergarten- und Grundschulkinder können sich nicht allzu lange auf das Spiel fokussieren. Für sie reichen erste Übungseinheiten von zehn Minuten aus.

Häufig geht es in den ersten Übungsstunden darum, ein Gefühl für das Instrument und die Musik zu bekommen. Meistens werden die Übungseinheiten mit Fingerübungen begleitet.

Autodidaktisch lernen oder die Angebote einer Musikschule nutzen?

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie das Klavierspiel erlernt und auch gefestigt werden kann. Viele Kinder und auch Erwachsene entscheiden sich für den Besuch einer Musikschule und den klassischen Face-to-Face-Unterricht. Für absolute Anfänger, die keinerlei Erfahrung mit Noten, Musik oder einem Instrument haben, ist das oft der beste Weg. Sie werden hier Schritt für Schritt begleitet. Die Klavierlehrer helfen auch bei der Auswahl der ersten Stücke, sodass die Frustration geringgehalten wird.

Musikschulen vor Ort halten zudem Instrumente bereit, die von den Schülern genutzt werden können. Das ist besonders praktisch, wenn ein eigenes Klavier bislang nicht zur Verfügung steht.

Weiterhin achten Musikschulen penibel darauf, dass die wichtigsten Grundlagen vollständig beherrscht und eingehalten werden. Dies gilt insbesondere auf die korrekte Fingerstellung sowie eine gesunde Körperhaltung. Vor allem Kinder sind in Musikschulen und im klassischen Musikunterricht dort besser aufgehoben.

Für Erwachsene, die das Klavierspiel erlernen möchten, kommen auch autodidaktische Methoden zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um Angebote, die auf das selbständige Erlernen eines Instruments abzielen. Insbesondere durch die Online-Angebote wurde hier ein deutlicher Schritt nach vorn gemacht. Es gibt zahlreiche Videos und Online-Kurse, die dabei helfen, die ersten Handgriffe auf dem Klavier zu erlernen und zu vertiefen.

Besonders interessant sind diese Angebote für alle diejenigen, die sich ihre Zeit frei einteilen möchten. Insbesondere Berufstätige, aber auch Studenten und Auszubildende nehmen diese Angebote gern an.

Unterrichtsinhalte für Kinder und Erwachsene unterscheiden sich

Zwar können auch Erwachsene noch problemlos mit dem Klavierunterricht beginnen, doch die Inhalte unterscheiden sich erheblich. Während Erwachsene meist von erfahrenen Klavierlehrern begleitet werden, stehen Kindern sogenannte Musikpädagogen zur Seite. Sie sollten die Jungen und Mädchen spielerisch an das Erlernen des Instruments heranführen. Dabei werden die ersten Stücke auf dem Klavier meist ohne stures Notenlesen geübt.

Bei Erwachsenen ist das anders. Sie werden meistens an das Lesen und Erkennen von Noten herangeführt. Dabei geht es vor allem darum, dass die unterschiedlichen Noten den Tasten zugeordnet werden können. Nur so lassen sich die Stücke auf Notenblättern schließlich auch auf das Instrument übertragen.

Eigenes Instrument erleichtert das tägliche Üben

Wie schnell sich beim Klavierlernen Erfolge zeigen, hängt von der Regelmäßigkeit der Übungseinheiten ab. Damit täglich für einige Minuten gespielt werden kann, ist ein eigenes Klavier empfehlenswert. Für Anfänger sind die Digitalpianos eine gute Wahl. Diese werden häufig günstiger angeboten als die klassischen Pianos. Teilweise finden sie sich in Kleinanzeigen und online auch gebraucht.

Wer wirklich Klavierlernen möchte, sollte sich nicht für ein Keyboard entscheiden. Keyboards sind zwar deutlich günstiger, dafür aber nicht mit einem wirklichen Piano vergleichbar. Verantwortlich dafür ist zum einen die zu geringe Anzahl an Tasten und zum anderen die Ausstattung dieser. So sind die Keyboardtasten anders als bei einem Piano nicht gewichtet.

Neben einem eigenen Klavier sind für Anfänger ein guter und bequemer Klavierhocker sowie die ersten Klaviernoten empfehlenswert. Hier sollte unbedingt auf Angebote und Sammlungen für Anfänger geachtet werden. Hilfreich ist ebenso eine Klavierleuchte. Diese wird über dem Notenzettel angebracht und sorgt dafür, dass die Noten gut lesbar sind.

Auf die richtige Haltung kommt es an

So wichtig wie das tägliche Üben ist beim Klavierspielen die richtige Haltung. Anfänger, die keine Erfahrung haben und ohne professionellen Musiklehrer lernen, gewöhnen sich leider rasch eine unvorteilhafte Haltung an. Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sowie Schwierigkeiten beim Spielen sind die Folgen.

Wichtig ist generell, dass beide problemlos fest auf dem Boden stehen können. Die Arme werden immer so gehalten, dass sie parallel zum Boden verlaufen. Besonders wichtig ist die richtige Entfernung zum Klavier. Hier gilt es einen guten Mittelweg zu finden. Generell dürfen die Arme nur leicht ausgestreckt sein. Der Oberkörper ist zudem frei. Er stößt nicht ans Klavier an. Die Finger benötigen beim Klavierspielen ausreichend Freiraum. Die Hände werden hierfür immer so über den Tasten gehalten, dass der Eindruck entsteht, dass sich darunter ein Ball befindet.

Grundakkorde zu Beginn erlernen

Sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gilt: Zu Beginn des Klavierunterrichts sollten Grundakkorde erlernt werden. Die Grundakkorde entstehen durch ein Zusammenspiel der 52 weißen und 36 schwarzen Tasten. Für das Piano sind vier Grundakkorde wichtig. Wer diese erst einmal beherrscht, erlernt Musikstücke schneller und kann später auch eigene Stücke einfacher komponieren. Neben der A-Moll sind für das Klavier die Grundakkorde C-, F- und G-Dur wichtig.

Grundlegende Vorgehensweise beim Klavierlernen

Auch wenn sich die Methoden und die Struktur des Klavierunterrichts heute stark voneinander unterscheiden, ist die grundlegende Vorgehensweise meist gleich. So wird beim Musikunterricht vor Ort oder auch in Online-Kursen mit dem Erlernen des Solfeggio begonnen. Danach geht es darum, verschiedene Rhythmen zu verinnerlichen und so ein Gefühl für die Musik zu entwickeln.

Erst wenn beides gefestigt ist, wird kontinuierlich am praktischen Klavierspiel gearbeitet. Damit Einsteiger nicht die Lust am Klavierspiel verlieren, sind erste Erfolge wichtig. Hierzu tragen vor allem einfache Stücke und das Spielen von Tonleitern bei.

Um ein ausgeprägtes Rhythmusgefühl zu entwickeln, bieten sich einfache Akkorde an. Hierzu gehört insbesondere die A-Moll.

Gemeinsames Lernen fällt leichter

Gerade Erwachsene entscheiden sich häufig dafür, in Eigenregie das Klavierspiel zu erlernen. Dabei kann es gerade zu Beginn hilfreich sein, mit einer zweiten Person zu üben. Wer sich beispielsweise einen Partner zur Seite holt, der bereits das Klavierspiel beherrscht, kann auf dessen Unterstützung bauen. Vor allem das Spielen der ersten kompletten Musikstücke fällt vielen Einsteigern leichter, wenn sie von einer zweiten Person begleitet werden.

Dechiffrieren setzt Kenntnisse in der Tonlehre voraus

Viele Anfänger versuchen durch Dechiffrieren das Klavierspiel zu erlernen. Wirklich empfehlenswert ist das aber nur, wenn Kenntnisse in der Tonlehre schon vorhanden sind. Das Dechiffrieren zielt darauf ab, ein Musikstück auf dem Klavier nur durch das Hören nachspielen zu können. Ein Notenzettel wird dabei nicht genutzt.

Sicherlich werden hier bei den verschiedenen Stücken nicht immer die korrekten Noten wiedergegeben. Die Unterschiede zum Original werden aber den meisten Zuhörern nicht auffallen. Zudem schult das Dechiffrieren das eigene Gehör und Improvisationstalent. So entwickeln auch blutige Anfänger schnell ein Gespür für die Noten der einzelnen Stücke.

Die richtige Musikrichtung wählen

Wer das Klavierspiel erlernen und dabei nicht die Lust verlieren möchte, sollte unbedingt die richtige Musikrichtung wählen. Grundsätzlich kann jede Musikrichtung auf dem Klavier gespielt werden. Das Instrument kommt also für Klassik und Rock-Musik ebenso infrage wie für Jazz und Pop. Auch Schlagertitel und Blues lassen sich auf dem Musikinstrument einfach nachspielen.

Für Anfänger ist Jazz eher ungeeignet. Zwar ist die Musikrichtung sehr spannend, doch sie setzt auch generell theoretische Kenntnisse voraus. Viel einfacher sind dagegen Stücke aus den Genres Pop und Schlager. Hier wird mit bekannten und weit verbreiteten Akkorden gearbeitet. Erste Erfolge auf dem Klavier stellen sich also viel schneller ein.

Auch wenn die ersten Musikstücke auf dem Klavier schon sicher wiedergegeben werden können, darf eines nicht vergessen werden: das Üben der Tonleitern. Es sollte von Anfang an intensiv betrieben werden. Dabei gilt es, die Tonleitern sowohl von vorn nach hinten als auch rückwärtszuspielen.