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Mainz: Kindern das Ende des Spielnachmittags erleichtern

Mainz : Kindern das Ende des Spielnachmittags erleichtern

Auch der schönste Nachmittag bei Freunden geht einmal zu Ende. Kinder wollen diese Tatsache allerdings manchmal überhaupt nicht akzeptieren - und stimmen wütendes Protestgeschrei an, wenn man sie abholen möchte.

„Diese Reaktion ist erst einmal normal. Wenn es gerade besonders schön ist, will man eben gerne noch bleiben”, sagt Ulrich Gerth, Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) in Mainz.

Kinder könnten in so einem Moment nur feststellen, dass eine angenehme Situation abgebrochen werden soll. An das, was danach kommt, denken sie gar nicht. „Eltern sollten deshalb auch nicht mutmaßen, dass es ihrem Nachwuchs zu Hause nicht gefällt, nur weil er woanders nicht weg möchte”, sagt Gerth. Er empfiehlt Eltern, gelassen und verständnisvoll auf den Wutanfall zu reagieren. Am besten suche man sich mit dem Kind ein ruhiges Eckchen ohne Publikum. So bekomme der Nachwuchs Distanz zu der Situation und könne etwas zu sich kommen. „Im Flur kann man sein Kind trösten und vielleicht daran erinnern, dass später zu Hause noch etwas Schönes auf es wartet.”

Kehre die Situation immer wieder, könne man versuchen, vorab mit dem Kind darüber zu sprechen. „Man kann es an die letzte Krise beim Abholen erinnern und vereinbaren, dass es dieses Mal besser laufen soll”, sagt Ulrich Gerth. Falls auch das nicht helfe, könne man auch ankündigen, nach dem nächsten Abhol-Drama ein Treffen mit Freunden einmal ganz zu streichen.

Hilfreich könne es auch sein, wenn man dem Kind das Abholen ankündigt. „Man kann die Eltern des Freundes darum bitten, das Kind daran zu erinnern, wenn in einer halben Stunde die Mutter kommt.” So könne es sich besser auf das Ende des Spiels einstellen. Manchmal helfe es aber auch, wenn erst einmal der andere Elternteil oder die Großeltern das Abholen übernehmen, die nicht in den Machtkampf involviert sind. „So eine Veränderung ist für das Kind ja auch spannend, und möglicherweise kommt es dann lieber mit”, sagt Gerth.