Berlin: Kinderhilfswerk: Spiellärm soll gesetzlich erlaubt werden

Berlin: Kinderhilfswerk: Spiellärm soll gesetzlich erlaubt werden

Angesichts der Klagewelle gegen lautes Kinderspiel fordert das Deutsche Kinderhilfswerk, die Lärmschutzverordnungen der Bundesländer im Sinne der Kinder zu ändern.

„Wir sprechen uns für eine Formulierung aus, die deutlich macht, dass das lautstarke Spiel von Kindern keine Immission im Sinne des entsprechenden Gesetzes ist, sondern zu einer gelingenden Sozialisation gehört und von daher von der Öffentlichkeit grundsätzlich hinzunehmen ist”, forderte Holger Hofmann vom Kinderhilfswerk am Dienstag in Berlin. Die derzeitigen Formulierungen seien zu weich. Verkehrslärm oder das Glockenläuten der Kirchen seien schließlich auch gesetzlich privilegiert.

Immer mehr Menschen in Deutschland fühlen sich durch spielende Kinder gestört - in Münster, Hamburg, München und auch im Fall der Berliner Kita Milchzahn beriefen sich klagende Nachbarn auf das Immissionsschutzgesetz. Sie erreichten Schließungen von Kindertagesstätten, eingeschränkte Öffnungszeiten von Schulhöfen, Spielplätzen und Bolzplätzen oder Spiel-Verbote in Hinterhöfen. Andererseits setzen sich Elterninitiativen, Jugendverbände und auch Politiker dafür ein, dass Kinderlärm nicht mehr dem Gewerbelärm gleichgestellt wird.

„Kinder brauchen Platz und Bewegung, um zu lernen. In unseren Städten gibt es aber immer weniger Platz zum Spielen”, resümiert das Kinderhilfswerk. Auf den städtischen Straßen sei das wegen des Verkehrs kaum mehr möglich. An den Stadtrand gebaute Skateranlagen würden wegen der Entfernung jedoch kaum genutzt.

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