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Saarbrücken: Kinder bei schwierigen Aufgaben mit Punkteplänen motivieren

Saarbrücken : Kinder bei schwierigen Aufgaben mit Punkteplänen motivieren

Das berühmte Löffelchen voll Zucker versüßt nicht nur Erwachsenen unangenehme Aufgaben. Auch in der Kindererziehung kann es sinnvoll sein, bei besonders mühsamen Lernprozessen kleine Aufmerksamkeiten in Aussicht zu stellen.

Die Erziehungsberaterin Dorothee Lappehsen-Lengler aus Saarbrücken empfiehlt Eltern, bestimmte Bemühungen ihrer Kinder auf einem Punkteplan zu dokumentieren: „Hier erhält das Kind beispielsweise jedes Mal, wenn es die Jacke beim Heimkommen an die Garderobe gehängt hat, einen Punkt - und eine bestimmte Anzahl von Punkten darf es dann gegen eine Belohnung eintauschen”, erklärt die Co-Autorin des Erziehungsratgebers „Liebevoll und kompetent”.

Wichtig ist, dass das Kind grundsätzlich fähig ist, die Aufgabe zu erfüllen. „Eine Belohnung mit Punkten ist dann sinnvoll, wenn das Kind zwar einsieht, dass es etwas machen soll, aber ihm die disziplinierte Umsetzung noch schwerfällt”, sagt Lappehsen-Lengler. Das Kind müsse außerdem genau wissen, was für einen Punkt zu tun ist. „Man sollte außerdem darauf achten, dass es nicht zu lange dauert, bis das Kind eine Belohnung bekommt. Sonst verliert es das Interesse”, erklärt die Expertin. Besser sei es daher, kleine Belohnungen zu vereinbaren und dafür mehr Erfolgserlebnisse zu ermöglichen.

Der Punkteplan könne auf verschiedene Arten geführt werden. „Man kann beispielsweise pro Punkt ein lachendes Gesicht aufmalen oder einen Aufkleber dazukleben”, sagt die Diplom-Psychologin. Denkbar sei aber auch ein Puzzle, von dem das Kind für jedes lobenswerte Verhalten ein weiteres Teil bekommt, bis das Bild fertig ist und es eine Überraschung gibt.

Wichtig ist: „Punkte, die einmal vergeben wurden, dürfen nicht mehr zurückgezogen werden - egal, was das Kind anstellt”, betont Lappehsen-Lengler. Will man auch das negative Verhalten eines Kindes verdeutlichen, kann man den Punkteplan als eine Art Wettbewerb gestalten. „Man malt dann beispielsweise zwei Rennstrecken mit jeweils einem Auto. Verhält das Kind sich richtig, rückt das eine Auto weiter vor, verhält es sich falsch, gewinnt das andere Auto an Vorsprung.” Je nachdem, welches Auto am Ende einer Woche die Kühlerhaube vorn hat, bekommt das Kind dann eine Belohnung oder nicht.

Zur Dauereinrichtung sollten Punktepläne nicht werden. „Sie kommen nur dann zum Einsatz, wenn einfaches Loben wirklich nicht ausreicht”, sagt Lappehsen-Lengler. Und auch dann sollte man höchstens zwei Punktepläne gleichzeitig führen.