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Köln: Kein scharfes Essen für übermäßig schwitzendes Kind

Köln : Kein scharfes Essen für übermäßig schwitzendes Kind

Schwitzen Kinder übermäßig stark, sollten sie scharfe Gewürze sowie sehr heiße Getränke und Speisen meiden. Denn diese können Schweißausbrüche fördern.

Das Gleiche gilt bei Jugendlichen für Nikotin, Alkohol und Koffein, betont der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln. Betroffene sollten atmungsaktive und luftige Kleidung möglichst aus Naturfasern bevorzugen. Entspannungsübungen können zusätzlich helfen, die auch Hyperhidrose genannten Beschwerden zu lindern.

„Jede Art von übermäßigem Schwitzen sollten Eltern mit dem Kinder- und Jugendarzt besprechen, um zu klären, ob sich andere Krankheiten dahinter verbergen, zum Beispiel eine Überfunktion der Schilddrüse”, sagt BVKJ-Vorstandsmitglied Prof. Hans-Jürgen Nentwich. „In den meisten Fällen handelt es sich aber um eine Anlage zu übermäßigem Schwitzen.” Da Übergewicht das Schwitzen ebenso verstärkt, ist es sinnvoll, überflüssige Pfunde loszuwerden.

Typischerweise sind beide Achselhöhlen, Hände und manchmal die Fußsohlen betroffen. Auch andere Körperregionen können viel Schweiß entwickeln. „Tritt die Schweißproduktion regional auf, können Antitranspirante mit dem Wirkstoff Aluminiumhydrochloridhexahydrat dort die Feuchtigkeitsproduktion eindämmen”, sagt Nentwich. „Für Hände und Füße bietet sich eine Leitungswasser-Iontophorese an, bei der anfällige Bereiche einem leichten Gleichstrom ausgesetzt werden.” Das reduziere die Aktivität der Schweißdrüsen. Als Medikamente eignen sich zunächst pflanzliche Mittel mit Salbeiextrakt.

„Bei besonders schweren Fällen besteht die Schwierigkeit, dass für einige Behandlungsmöglichkeiten, zum Beispiel mit Botulinumtoxin, nur für Erwachsene Studien und Erfahrungswerte existieren”, sagt der langjährige Kinderklinikchef. Operative Verfahren, bei denen zum Beispiel Hautregionen, die sehr dicht mit Schweißdrüsen versorgt sind, entnommen werden, nutzen Experten nur bei Kindern, die in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt sind.

Unter einer Hyperhidrose ohne Krankheitsursache leiden etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung Deutschlands. Das starke Transpirieren beginnt meist zwischen dem sechsten und 16. Lebensjahr. Kinder und Jugendliche schwitzen dann unabhängig von der Umgebungstemperatur.