Köln: Infektionsschutz: Häufig Hände waschen und in den Ärmel husten

Köln: Infektionsschutz: Häufig Hände waschen und in den Ärmel husten

Mit wärmeren Temperaturen steigt das Risiko für Infektionen mit Enteroviren. Diese Erreger können fieberhafte Erkrankungen verursachen, zum Teil mit Hautausschlag (Exanthem). Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Köln hin.

Da es keine Impfung gibt, besteht der einzige Schutz in guter Hygiene. Auch für Kinder heißt das: regelmäßig Hände waschen und in den Ärmel husten oder niesen.

„Die Übertragung erfolgt fäkal-oral, das heißt durch Speichel oder Sekret aus der Nase oder Spuren von Stuhl”, erläutert BVKJ-Vorstandsmitglied Prof. Hans-Jürgen Nentwich. Zu den Enterovirus-Erkrankungen gehöre zum Beispiel die Sommergrippe oder die Hand-Mund-Fuß-Krankheit. Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit betrifft vorwiegend Kinder im Vorschulalter. Fieber, Bläschen am und im Mund, auf der Zunge, auf den Handflächen und den Fußsohlen sind typische Krankheitszeichen.

Ausbrüche der Hand-Mund-Fuß-Krankheit treten weltweit auf. Die Erreger sind von klimatischen Verhältnissen abhängig. In wärmeren, subtropischen und tropischen Regionen kommt es das ganze Jahr über zu Epidemien, in Europa beginnen die Ausbrüche meist im Frühjahr und häufen sich im Sommer. Besonders große Epidemien mit Todesfällen gab es in den letzten Jahren in Asien. Wissenschaftler beobachteten dort vor allem das Enterovirus 71 in Zusammenhang mit schweren und tödlichen Komplikationen.

„In jenen Fällen lösen die Enteroviren zusätzlich Entzündungen des Hirns oder des Herzmuskels aus, oder führen zu Lähmungserscheinungen. Gefährdet sind vor allem Kinder, die vier Jahre oder jünger sind”, ergänzt Nentwich. In Europa tritt vorwiegend eine harmlosere Enterovirus-Variante bei der Hand-Mund-Fuß-Krankheit auf, das Coxsackie A16-Virus. „Auch wenn in Deutschland die Hand-Mund-Fuß-Krankheit meist ohne Folgen abklingt, sollte ein Kind mit Ausschlag und Fieber immer zum Kinder- und Jugendarzt, um andere Krankheiten auszuschließen.”

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